Tag Archives: Berlin

Spreeradweg

 Tag 1

Der Speck muss weg! Und ich auch… So oder ähnlich, hatte ich mir das gedacht. Eine Woche frei und das Wetter versprach auch gut zu werden. Also musste eine Tour her. Eine Radtour. Nicht zu lang. Nicht zu kurz. Und gemütlich zu fahren. Also griff ich in mein Sammelsurium an Bikeline-Radtourenführern und zog das Siegerlos: Spreeradweg!? Keine Tour der Superlative, aber mit ca. 410 km und dem Ziel Berlin doch sehr verlockend. Stand ja auch schon lange auf der „Tu du!“-Liste. Also stürze ich mich auf die Planung. Tagesetappen festlegen. Übernachtungsmöglichkeiten suchen. Plünnen und Ausrüstung zusammenstellen. Und Daten für’s GPS besorgen bzw. bearbeiten. Apropos GPS… Da gibt es ja auch wieder was zu testen. Mein tolles GPSMap 62S aus dem Hause Garmin. Habe ich zwar schon eine Weile, aber bisher fast nur zum Geocaching eingesetzt. Und mein neuer Navibolide. Das Twonav Aventura. Also wieder viel Technik am Rad… Und irgendwie auch ziemlich viel Gepäck.

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 Tag 2

Gut, aber viel zu kurz, geschlafen… Trotzdem machte ich mich in die Spur. „Ab Bautzen wird alles besser!“, das hatte mir meine Gastgeberin versprochen. Aber bis dahin gab es noch die eine oder andere Steigung zu meistern. Immer wieder und immer mehr fielen mir die Folgeerscheinungen des Spreehochwassers vom letzten Jahr ins Auge. Auch das Radlerhaus war davon nicht verschont geblieben. Das gesamte Untergeschoss musste neu gemacht werden. Und auch die Radwege wurden teilweise weggeschwemmt. So musste ich immer wieder Umleitungen fahren. So nützten mir weder GPS noch Bikeline-Führer wirklich viel. Zumal eben jene Umleitungen teils recht schlecht ausgeschildert sind.

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 Tag 3

Ach diese Natur… Die ganze Nacht dieses Vogelgeschrei. Nein im Ernst. Das die fröhlich zwitschernden Piepmätze einen um den Schlaf bringen können, ist ja nichts Neues. Und zu den hier existierenden heimischen Arten, gesellten sich dann auch noch exotische Federviecher, die den Dauercampern gehören. Was es da nicht alles gab. Papagei, Nymphensittiche und Prachtrosellas. Eigenartig diese Ansammlung von maximal lauten Vögeln… Und das, bei den eher gar nicht schalldichten Wohnwagen. Wie auch immer. Nach einem spärlichen Frühstück (nur 5 Hanuta!!!, und das mir…) ging es wieder auf’s Bike. Und wie jeden Morgen das gleiche Problem. In der ersten halben Stunde habe ich immer das Gefühl, dass ich gleich abbrechen kann und das Tagesziel nie erreiche. Ist aber auch immer ein Terz damit, den Hintern an den Sattel und die steifen Knochen an die Bewegung zu gewöhnen. Aber wenn das überstanden ist, geht es dann doch flott zur Sache. Und wie. Die fehlenden Anstiege und der weitgehend gute Weg machen sich bemerkbar. Cottbus ist schnell erreicht. Und auch dieses Mal hadere ich mit der äußerst fragwürdigen Routenführung im südlichen Teil der Stadt.

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Magellan Triton 2000 – Ein Praxistest im Gebirge

Magellan Triton 2000

Kein „Bergfreund“. Aber ein GPS für „Männer“.

Als „eingefleischter“ aber nicht darauf fixierter Garmin User wollte ich schon immer einmal ein Gerät aus dem Hause Magellan testen.

Bisher sprach aber das eingeschränkte Angebot an Karten für Magellan Geräte und die Tatsache, dass ich sehr günstig die Garmin´s beziehen konnte dagegen.

Nun erhielt ich das Angebot, aus dem GPS Shop von Dantotec, das neueste Flaggschiff der Outdoorserie von Magellan, den Triton 2000, zu testen.

Nachdem ich mich im Web erst mal mit den Eckdaten und Features des Geräts vertraut gemacht hatte, konnte ich es kaum erwarten die Wunderwaffe in Händen zu halten. Und dann kam das Paket endlich. Also auspacken und…. Erster Eindruck: Wow, was für ein Bolide! Der Triton versucht nicht mit edlem Design und grazilem Äußeren zu punkten. Vielmehr scheint man bei Magellan auf die Vermittlung des Eindrucks von Robustheit und Stabilität zu setzen. Kriterien, die für ein Outdoorgps ja durchaus von hoher Wichtigkeit sind. Allerdings macht sich das auch in Größe und Gewicht bemerkbar. Der Triton bringt (mit Batterien), selbst gemessene, 240g auf die Waage. Der Oregon 300 hingegen nur 180g. Und auch das Format ist beachtlich. 15 x 7 x 3 cm groß ist der Triton. Demgegenüber der Oregon nur 11 x 6 x 3,5 cm. Die Displays: Triton 5,1 x 4,2 cm und der Oregon 4 x 6,5 cm.

Größenvergleich zwischen Garmin Oregon und Magellan Triton 2000
Größenvergleich zwischen Garmin Oregon und Magellan Triton 2000

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Garmin Oregon – Licht oder Schatten?

Nach der Vorankündigung des neuen Super- Hightech Outdoor GPS, war ich natürlich sehr gespannt auf die neue Wunderwaffe aus dem Hause Garmin. Seit Heute bin ich nun (noch und hoffentlich weiterhin) stolzer Besitzer eines Garmin Oregon 300. Nach meinen Erfahrungen mit dem Colorado 300 waren meine Erwartungen einerseits sehr hoch andererseits aber auch wieder recht gedämpft optimistisch. Schließlich konnte/kann der Colorado den großen Versprechungen nicht gerecht werden. Auch nach einer langen Phase des Betatestens durch den Endverbraucher hat hier Garmin zwar einige der Bugs behoben. Aber immer noch lässt der Colorado im Hinblick auf Zuverlässigkeit und Stabilität sehr zu wünschen übrig. Eine äußerst informative Seite zum Colorado ist z.B. hier zu finden: http://garmincolorado.wikispaces.com/ (nur in Englisch). Die Fehlerliste ist immer noch sehr lang. Und eine Batterielaufzeit von gerade mal 8-9h im Dauereinsatz (auf meiner Berlin-Brandenburg Fahrradtour getestet) ist für den Outdooreinsatz (ich denke hier vor allem an Rucksacktouren) alles andere als brauchbar. Nun aber zum Oregon 300. Eine (englischsprachige) Wiki Seite zum Oregon ist hier zu finden: http://garminoregon.wikispaces.com

  • Erster Eindruck: Verpackung und Styling des Gerätes vermitteln eine hohes Wertigkeitsgefühl. Macht schon was her.
  • Das GPS liegt sehr gut in der Hand.
  • Batteriedeckel deutlich leichter abnehmbar als beim Colorado. Bei diesem ist das ein richtiger Kraftakt.
  • Leider ist man wieder zu der ursprünglichen Lösung des Speicherkartenslots zurückgekehrt, so das man erst mal die Batterien herausnehmen muss um die Speicherkarte zu wechseln.
  • Die Bedienung des Touchscreens ist sehr einfach und dieser reagiert ausgezeichnet. Grosse Softtasten machen eine Bedienung auch mit meinen „Wurstfingern“ gut möglich. Ein Test mit Handschuhen steht noch aus.
  • Zumindest für Vorbesitzer eines Colorado ist die Menüführung fast schon intuitiv. Aber der Neuling wird hier sicher einiges zu suchen haben.
  • Das Display scheint etwas mehr Kontrast als der Colorado zu bieten. Zumindest war es auch bei Sonnenschein Heute recht gut ablesbar.
  • Die grafische Darstellung und die Kartendarstellung sind sehr schön gestaltet.
  • Endlich eine direkte Eingabe von Text und Zahlen per Softtastatur bei Wegpunkten etc..
  • Nach wie vor kann ich nicht begreifen, warum man beim Colorado und nun auch beim Oregon nur zwei Datenfelder in der Kartenansicht ermöglicht. Schlichtweg unfassbar. Größeres Display aber weniger Datenfelder!? 🙁 Ich nutze auf dem Fahrrad den Pulsgurt und den Trittfrequenzsensor. Aber da die Informationen zur Navigation wichtiger sind, kann ich mir Puls und Trittfrequenz nicht anzeigen lassen sondern muss hierzu immer die Menüseite wechseln.
  • Straßenrouting läuft gut. Allerdings ist die Zeit bis zur Neuberechnung der Route bei Abweichungen teilw. recht lang.
  • GPS Empfindlichkeit ist sehr hoch. Also auch bei schlechten Verhältnissen guter Empfang. Ob auch hier der Positionsfehler bei möglichen Signalreflektionen (Hauswände, Felswände), wie beim Colorado, auftritt muss noch getestet werden.
  • Wie lange die Batterien halten interessiert mich geradezu brennend. Nach meinen Erfahrungen mit dem Colorado bin ich hier mehr als pessimistisch. Sollten die 16h allerdings zutreffen, wäre ich durchaus zufrieden.

Ab Freitag (oder Samstag) werde ich im Virgental (Venedigergruppe) unterwegs sein und das Wunderwerk der Technik einem Praxistest unterziehen. Ich werde dann später darüber berichten.

Märkischer Sand und viel Staub

Tag 2 meiner Tour durch den Norden Brandenburgs Ich sende den Bericht erst Heute, da in Alt Globsow absolut kein mobiles Internet verfügbar war 🙁 Schlimmer als hier am Zelt hätte die Mückenplage auch im Spreewald nicht sein können. Da half nur frühzeitiger Rückzug hinter das sichere Moskitonetz des Zeltes. Ein wenig lesen, viel Musik hören und ab in den Schlafsack. Morgens war die Lage deutlich entspannter. Zumindest konnte ich halbwegs unbehelligt vor dem Zelt frühstücken. Heute sollte es über Lychen, Himmmelpfort und Fürstenberg nach Alt Globsow gehen. Nur knappe 60km. Aber was für welche. Sachen packen, Drahtesel beladen und los. Ein letzter Rundumblick, nichts lag mehr am Platz. Noch nichts. Nach knapp zwei Kilometern fiel mein Blick dann auf die Pulsanzeige des GPS. Drei Striche. Mmmh.. Entweder ich bin Tot oder der Technik fehlt was. Tot war ich nicht. Im Gegenteil, sogar quicklebendig. Aber der Technik fehlte tatsächlich was. Der Pulsmesserbrustgurt. Nun bemerkte ich auch den fehlenden Druck auf der Brust (hi,hi da lacht der Mediziner wieder, fehlender Druck auf der Brust… auch ein Zeichen des Wohlbefindens). Also zurück zum Zeltplatz. Da lag das gute Stück auf der Wiese. Hatte ihn auf dem Rad abgelegt und beim losfahren prompt verloren. Also 4km für nix. Das geht ja gut los. Templin zeigt sich von seiner schönsten Seite. Alte Bauwerke und kleine Fachwerkhäuser sowie die Altstadt sind wirklich schön. Ich drehe einige Extrarunden um mir das anzusehen. Hier sollte ich dringend nochmal herkommen. Aber Heute will ich erst mal weiter. Über eine staubige Splittstraße geht es nach Gandenitz und Alt Placht. In Richtung Lychen dann ein guter Wald und Asphaltweg. Auch Lychen erweist sich als außerordentlich schön. Die Lage im Mittelpunkt der 6 Seen und die liebevoll gepflegte Altstadt sind wirklich zu schön. Auch hier mache ich einige Abstecher um zumindest etwas „mitzunehmen“ . Ein kurzes Stück auf gutem Radweg und schon geht es wieder auf Waldwegen weiter. Über Wurzeln und durch Sandkuhlen. Entlang des Großen Lychensees. Und dann erreiche ich Himmelpfort. Schönes Plätzchen mit der alten Klosterruine. Zeit für eine Mittagspause. Ein gemütliches Gasthaus mit guter Küche und Biergarten ist schnell gefunden. Frisch gestärkt geht es weiter. Bald erreiche ich den Radfernweg Berlin-Kopenhagen. Diesem folge ich ein Stück und treffe auch später immer wieder darauf. Weniger idyllisch, dafür umso mehr zum nachdenken anregend, erreiche ich Ravensbrück mit den Gedächtnisstätten für die KZ für Frauen und Mädchen. Umso trauriger, daß Ravensbrück nicht mehr zu bieten hat. Ein eher trostloses Dörfchen. Fürstenberg lasse ich „links liegen“. Das sehe ich mir an wenn ich mal mit dem Paddelboot hier bin. Auf gutem Radweg geht es dann weiter nach Steinförde. Kurz hinter diesem verlasse ich den Asphaltweg und fahre in den Wald. Auf sandigen und Splittwegen fahre ich in ständigem auf und ab weiter. An einem Gefälle lasse ich das Rad rollen. Und prompt gerate ich in eine Sandkuhle. Das Vorderrad verreißt komplett und ich werde jäh gestoppt. Es folgt mal wieder der allseits bekannte schnelle Abstieg über den Lenker. Nix passiert. Nur das vordere Schutzblech und mein Ego sind angeknackst. Na hat ja keiner gesehen. Ich komme dann in Neuglobsow an und wende mich in Richtung Campingplatz. Nach Alt Globsow dann noch fünf Kilometer. Es reicht jetzt auch. Kurz vor dem Ort hat die Straße dann ein irres Gefälle. Trotz der erlaubten 30 rase ich mit knapp 60 Sachen hier runter. Na morgen werde ich mich freuen, wenn ich hier hoch strampeln kann. Der Zeltplatz ist schön und ich erwische ein mückenfreies Plätzchen. Rad und Radler sind über und über mit Staub bedeckt. Ich zumindest kann duschen. Das Rad muß noch bis Berlin warten. Heute Abend soll hier noch Dorftanz sein. Na da kann es ja heiter werden 🙂

Winterspeck und ein Dackel Namens Amadeus

Tag 1 meiner Tour durch den Norden Brandenburgs. Manchmal hat das schlechte auch seine guten Seiten. Da ich zu Ostern Dienst schieben musste, brauchte ich mich nicht über das schlechte Wetter zu ärgern. Statt dessen kann ich nun an Pfingsten bei traumhaftem Sonnenschein auf Tour gehen. Und etwas machen muß ich dringend. Hat sich doch mehr Winterspeck angesammelt als sonst (man wird ja auch nicht jünger) außerdem hatte mich ein heftiger Infekt zwei Wochen flachgelegt und endgültig aus der Bahn geworfen. Es war auch an der Zeit aus dem Alltagstrott mal wieder auszubrechen. Mein tolles neues Trekkingrad wartete sehnsüchtig auf die Einweihung. Aber wohin? Eine Tour für drei Tage ohne Streß!? Der Berlin-Usedom Radweg war eine interessante Sache. Aber den südlichen und nördlichen Teil hatte ich schon befahren. Bei diesem tollen Wetter würde dort an Pfingsten „Gott und die Welt“ auf Achse sein. Der Spreeradweg versprach auch schöne Erlebnisse. Aber im Spreewald würden sich ebenso unendlich viele Touristen und noch mehr Mücken tummeln. Beides nicht gerade motivierend. Also erst mal die Führer für die beiden Touren gekauft und die Planung begonnen. Irgendwie zog es mich dann doch mehr in Richtung Norden. Und dann warf ich, nur einen Tag vor Abfahrt, noch mal alles über den Haufen. Ich wollte ne ruhige Tour! Und die versprach mir der Bike&Rail Führer „Mit Rad und Bahn von Berlin durch Brandenburg“ aus dem Kopass Verlag. Die hier beschriebene Viertagestour „Durch den Norden Brandenburgs“ erweiterte ich mal eben noch um ein Teilstück des Treidelradweges und war mir sicher das auch in drei Tagen zu schaffen. Und wenn nicht. Alle Paar Kilometer gibt es nen Bahnhof um schnell nach Hause zu kommen. Da wird es mit Sicherheit auch recht ruhig sein. Also am Abend noch schnell die Tourenplanung am PC gemacht und das GPS gefüttert. Karten zusammen gesucht sowie die Taschen gepackt. Immer wieder das selbe. Egal ob man zwei Tage oder zwei Wochen auf Tour ist. Das Gepäck ist das gleiche. Und wenn man Zelt- und Kochausrüstung mitnimmt, dann sind die Taschen schnell gefüllt. Aber dann kommt der Samstag und es kann losgehen. Irgendwie verrödele ich mich aber wieder mal und muss den Zug eine Stunde später nehmen. Start der Radtour ist Eberswalde. Ich folge dem schönen Treidelweg in Richtung Oranienburg, bis nach Zerpenschleuse. Schon hier fällt mir auf, daß erstaunlich (und erfreulich) wenig Leute unterwegs sind. Nach Zerpenschleuse verlasse ich den Treidelweg und fahre, zum größten Teil auf Waldwegen, nach Groß Schönebeck. Hier habe ich schon reichlich mit den typisch märkischen Sandwegen zu kämpfen. Mit den schmalen Reifen ist es ein echter Kraftakt hier durchzukommen. Teilweise hilft nur noch schieben. Ich durchfahre kleine Dörfchen und Groß Schönebeck. Immer wieder schimmert aus dem Wald das Blau eines der vielen Seen. Hier könnte man eine wahre Badetour machen. Aber obwohl mir die strahlende Sonne den Schweiß auf die Stirn treibt, zieht es mich weiter. In Groß Väter mache ich dann Mittagsrast, am Gasthaus zur Eiche. Typisch Ostdeutsch, Brandenburgische, einfache Atmosphäre. Da trabt der eine im Bademantel über die Straße (nicht ohne Bierbauch natürlich). Und lässt sich bei seinen „Kumpels“ am Tisch nieder. Verkündet mal eben er habe Geburtstag und schmeißt eine Runde. Nur wenig später taucht ein Drahthaardackel nebst Frauchen auf. Beide werden mit viel Hallo von der Geburtstagsrunde empfangen und ich erfahre das der Dackel Amadeus heißt. Ich wundere mich schon ein wenig über die Namensgebung. Immerhin lassen Habitus und Nase des Frauchens vermuten, daß diese eher den hochgeistigen Getränken als den schöngeistigen Ohrenfreuden klassischer Musik zugänglich ist (ja,ja ich weiß, bösartige Unterstellung). Ich mache mich dann aber nach Schnitzel und zwei Radlern doch wieder auf den Weg. Auf den letzten knapp 20 Kilometern bis Templin wechseln sich immer wieder Sand-, Wald- und Asphaltwege ab. Mein Zelt schlage ich dann auf dem Naturcampingplatz Fährsee auf. Und werde prompt von Mücken geradezu überfallen. Da verzichte ich lieber auf das kochen und genieße Soljanka, Salat und Hefeweizen auf der Terrasse des Hotel Fährkrug. Hab ich mir verdient 🙂 Immerhin 70 km mit dem Winterspeck auf anstrengenden Wegen. Morgen dann eine etwas kürzere Etappe über Lychen, Himmelpfort, Fürstenberg nach Alt Globsow. Allerdings wird der größte Teil der Strecke auf Waldwegen und somit viel Sand zu fahren sein. Was solls. Wird schon schön werden. Allein die vielen schönen Blcke auf die Brandenburgische Landschaft entschädigen für die Anstrengung.

Ahrntalrunde (Südtirol)

Tag 1

Nach einer erstaunlich kurzen Fahrt (immerhin nur 8 1/2 Stunden von Berlin) trafen wir nun endlich in St.Jakob ein. Auf den letzten 150km hat sich der Himmel zunehmend bezogen und es setzte ein unangenehmer Sprühregen ein. So hatten wir natürlich keine Lust darauf, sofort loszulaufen und uns nasse Klamotten zu holen. Noch viel weniger da wir doch so überaus herzlich von Familie Lechner auf dem Voppichlhof empfangen wurden (siehe Bild, Begrüssungskarte auf dem Zimmer). Und so beschlossen wir noch eine Nacht in der gemütlichen Ferienwohnung zu verbringen. Nach einem urgemütlichen Abend mit unseren Gastgebern und deren Streichelzoo (siehe Bild, Ralf mit Kätzchen) hoffen wir nun endlich unseren wohlverdienten Schlaf zu finden. Für Morgen und die folgenden Tage verspricht der Wetterbericht eine deutliche Besserung. Aber da in den oberen Bereichen schon recht viel Schnee liegt, müssen wir unsere Tourenplanung von Tag zu Tag neu festlegen. Das verspricht also auf jeden Fall Interessant zu werden.

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Tour de Barnim

Oder Pleiten Pech und Pannen – Was alles schief gehen kann, auch wenn man sich gut vorbereitet hat.

 

Die GPS Daten zur Tour findet ihr im Downloadcenter.

 

Eine Woche frei!

 

Und das auch noch bei gutem Wetter.Klar das ich da nicht zu Hause hocken bleibe. Gesagt, getan. Da muss ich doch was unternehmen. Am besten eine Radtour. Aber welches ist die richtige Strecke? Maximal drei bis vier Tage unterwegs wollte ich sein. Und landschaftlich schön sollte die Route auch sein. Das ganze bitte schön auch noch auf guten Radwegen und Campingplätze, in Tagesetappenentfernung. Ideal wäre es auch, wenn ich den Kreis vor meiner Haustür beginnen und auch schließen könnte. Und um meiner Technikverspieltheit und Bequemlichkeit gerecht zu werden, wollte ich auch noch mein GPS Gerät nutzen.Das waren doch recht präzise, und somit schwer zu erfüllende Wünsche. Also durchforste ich erst mal das Internet. Auf www.das-rad-ruft.de wider Erwarten nichts so recht brauchbares drin. Hier hatte ich schon oft nette Anregungen und GPS Daten für Radtouren gefunden. Also, weiter zu www.barnimradler.de . Da finde ich einige interessante Routen. Der Barnimer Teil des Berlin-Usedom Radwegs sieht gut aus. Geht aber nur in Richtung Norden. Die Eiszeittour verspricht tolle landschaftliche Erlebnisse. Ist aber zu kurz. Der Oder-Havel Radweg. Sehr nett aber…. Und die Tour de Brandenburg ist einfach zu lang für meinen Zeitplan. Also setze ich mich an den PC und bastele mir aus Teilstücken der Radwege meine eigene Tour de Barnim zusammen. Ca. 220 km und locker in drei Tagen zu fahren. Start und Ziel vor meiner Haustür. Oder für Nachahmer am S Bahnhof Bernau. Dann aber etwas kürzer.OK. Also, nichtswie los. Sachen gepackt und auch gleich die neuen Lowrider angebaut. Ich habe lieber das Hauptgewicht am Vorderrad. So „liegt“ das Rad besser auf der Strasse. Immer wieder überraschend. Egal ob man drei Tage oder drei Wochen unterwegs ist. Das Gepäck ist das gleiche. Obwohl ich absolut keinen Schnickschnack dabei habe sind die Packtaschen voll. Na ja, zum Camping braucht man halt das ganze Gerödel.Endlich. Es geht los. Bei Traumhaftem Sonnenschein und bester Laune radle ich ab. Mit der Hilfe des GPS finde ich auch „locker“ den Weg. Natürlich würde es auch allein mit der Karte gehen. Aber, na ja. Erst durch Blankenburg und dann auf dem Pankeweg in Richtung Buch. Netter Radweg entlang der Panke. Teilweise ein wenig „Naturbelassen“ also nichts für Rennradler. Das bekommt mein Rad auch zu spüren. Die Streben des Vorderradschutzbleches machen sich selbständig. Die Plasteschellen sind gebrochen. Irgendwie bekomme ich das ganze so gebogen, dass es nicht mehr so oft schleift. Weiter über Zepernick. Kur vor dem Bahnhof überhole ich einen Inlineskater der eine Art Trolly schiebt und offensichtlich noch eine längere Strecke fahren will. Solch einen „Skatewanderer“ habe ich schon letztes Jahr auf dem Elberadweg getroffen. Voller Neid denke ich mir das ich das unbedingt auch mal machen sollte. In Bernau mache ich dann Rast an einem Restaurant auf dem Marktplatz. Jetzt ein kühles Radler und ne leckere Soljanka. Das mit dem Radler geht schon klar. Aber die Frage nach der Soljanka beantwortet der Kellner leicht irritiert mit „Das ist ein Spanisches Restaurant.“ Ich entschuldige mich für meine Impertinenz mit dem Hinweis ich hätte mir meine vom Salz des Schweißes befleckte Brille noch nicht geputzt. Und so nehme ich zum deutschen Radler dann spanisches Allioli, Oliven und Brot. Gute Wahl! Die Faszination der einfachen Dinge. Mein Schutzblech befestige ich auch gleich noch. Also, weiter. Und kurz hinter Lobetal erwischt es mich dann mitten im Wald. Ein Platten! Na toll. Und jede Menge Mücken die es alle auf mich abgesehen haben. Hier kann ich den Schlauch nicht flicken. Da bleibt ja nichts mehr übrig von mir. Und während ich da frustriert stehe und die Bescherung ansehe, kommt doch der Skater mit seinem Gefährt auf mich zu. Jetzt kann ich ihn von vorne sehen und denke mich trifft der Schlag. Das ist ja Rudi! Doktor M. Einer unserer Ärzte auf der ITS wo ich arbeite. Und sein „Gefährt“ entpuppt sich als Kinderwagen. In dem sitzt sein jüngster Sohn und genießt die Fahrt sichtlich. Rudi ist ebenso überrascht wie ich. Und nach einer netten Begrüßung verrät er mir, dass ich ihm in Zepernick auch aufgefallen war. Ich hatte ihn mit meiner professionellen Ausrüstung beeindruckt. Na ja gut ausgerüstet bin ich ja. Aber habe trotzdem nen Plattfuß. Wir verabreden uns am großen Wukensee bei Biesental zu treffen. Ich pumpe erst mal wieder etwas Luft auf und fahre aus dem Wald in offenes Gelände mit brennender Sonne aber ohne Mücken. Rudi kommt auch nach. Hier muss er erst mal die „Bereifung“ wechseln. Da der Asphalt zu Ende ist wird er ab jetzt joggen und so den Kinderwagen weiterschieben. Ich mache mich an die Reparatur des Schlauches. Das dauert auch gar nicht so lange. Aber obwohl ich extra darauf achte, schaffe ich es beim aufziehen de Reifens den Schlauch einzuklemmen und ein neues, noch größeres Loch zu machen. Also, noch mal von vorn. Gut, geübt habe ich ja. Also geht’s auch jetzt wieder schnell. Ich fahre weiter zum Wukensee. Schade. Rudi ist nicht da. Seine Frau sollte ihn ja hier abholen. Also suche ich mir einen Weg durch den Wald um auf „meine“ ursprüngliche Route zu kommen. Fataler Fehler! Abkürzungen dauern meistens länger. Der Waldweg entpuppt sich als nahezu unbefahrbare Sandpiste. Und so schiebe ich streckenweise das Rad. Und das bei der Hitze. Das Schutzblech hat sich auch wieder verselbständigt. Leicht entnervt bin ich kurz davor es abzureißen. Aber ich kann mich ja beherrschen und befestige das Teil wieder. Endlich wieder auf dem asphaltierten Radweg durch den Wald. Jetzt spinnt aber das GPS. Laut dem Ding befinde ich mich links vom eigentlichen Radweg auf einem parallel verlaufenden Waldweg. Obwohl ich es eigentlich besser weiß biege ich dann in einen Seitenweg ein um zum vermeintlich richtigen Weg zu kommen. Nur kurz danach hat sich das Gerät aber wieder gefangen und zeigt mir, ätsch, an das ich Jetzt! Falsch bin. War halt vorher nur schlechter Empfang und dadurch eine Abweichung. Also wieder zurück auf den Asphaltweg. Ich Trottel! Natürlich beobachtet von zwei nachfolgenden Damen die sich den hämischen Kommentar „Na verfahren“ nicht verkneifen können. Und das nicht trotz sondern wegen des GPS! Blindes Vertrauen in die Technik kann halt auch unangenehme Folgen haben. Aber abgesehen von dieser Eskapade. Führt mich das „Teil“ absolut sicher und zielstrebig. Und so erreiche ich, ohne weitere Zwischenfälle, den Campingplatz „Am Spring“ am Werbellinsee. Endlich eine Erfrischung. Das Wasser ist herrlich. Zelt aufbauen, kochen, Musik hören, lesen und diesen Bericht schreiben. Ein netter Campingabend also. Mal sehen was der morgige Tag noch an Überraschungen für mich bereithält.

Tour de Barnim Tag 2 oder Pleiten Pech und Pannen auf ein neues.

Meine Hoffnung auf eine ruhige Nacht im Zelt sollte sich als fataler Irrtum erweisen. Nach ausgiebigem lesen und Musik hören bettete ich mich also friedlich zur Ruhe. Nicht für lange. Nach einiger Zeit wurde ich von lautem rascheln und schnüffeln am Zelteingang geweckt. Ein Tier! Erste Reaktion : Angst! Ich bin haltkein Held. Aber die zweite Reaktion kam sehr schnell. In Form der Erkenntnis: Das kann kein großes Tier sein. Im Dämmerlicht der Campingplatzbeleuchtung konnte ich einen kleinen Schatten wahrnehmen. Also, mutig gegen die Zeltwand geklopft und ein paar, eher weniger nette, Worte hinterher. Siehe da, der Störenfried lies sich in die Flucht schlagen. Also, wieder hingelegt und versucht zu schlafen. Nicht so einfach. Denn immerhin ging mir das ganze noch durch den Kopf. Ich beschloss aber das Biest für einen Hund oder eine der Katzen des Campingplatzes zu halten. Nach einiger Zeit schaffte ich es aber doch wieder einzuschlafen. Nicht für lange! Wieder das rascheln und schnaufen am Zelteingang. Wieder vertrieb ich den Störenfried. Aber jetzt fiel mir auch ein, dass Katzen ja nicht schnüffeln. Also doch ein Hund!? An einen tollwütigen Fuchs wollte ich lieber gar nicht erst denken. Diesmal war ich schlauer. Ich nahm die Packtaschen mit meiner Verpflegung aus dem Vorzelt in den Innenraum. Das sollte helfen. Dachte ich. Weit gefehlt. Wieder einige Zeit später. Ich war gerade am einschlummern. Meldete sich der Störenfried wieder. Also wieder gegen die Zeltwand geschlagen und , diesmal deutlich wütender ein paar „nette“ Worte hinterher. Der lies sich aber schwer abwimmeln. Hatte sogar schon einen Teil des Kopfes im Vorzelt. Aber im Halbdunkel und ohne Brille konnte ich beim besten Willen nicht erkennen was für eine Bestie mich da heimsuchte. Nun hatte ich die Nase gestrichen voll! Beim nächsten Besuch sollte das Biest nicht mehr so glimpflich davon kommen. Ich machte das Innenzelt auf und bewaffnete mich mit einer Sandale. Das gibt eins auf die Nase. Zeig dich ruhig noch mal. Aber mein Peiniger musste meine Gedanken lesen können. Er lies sich nicht mehr blicken. Dafür wurde es jetzt schon langsam hell. Und so schlummerte ich im ersten Tageslicht mit einer Sandale in der Hand ein. Das muss wirklich ein toller Anblick gewesen sein. Aber was war das nun eigentlich für eine Bestie? Aufklärung brachte der nächste Tag. Als ich den Campingplatzwart beim Brötchenholen fragte ob so etwas schon öfter vorgekommen sei, lachte er nur lauthals. Waschbären. Eine richtige Plage seien sie. Jede Menge dieser ebenso possierlichen wie aufdringlichen Tierchen gebe es hier. Und sie fressen alles was sie kriegen. Schon lustig, wie sich meine Stimmung plötzlich besserte. Auch wenn sie mir die Nacht gründlich verdorben haben, so genießen diese Tiere doch eine Menge Sympathien bei mir. Obwohl der Sympathiebonus jetzt doch um einiges geschrumpft ist.Entsprechend träge war dann auch mein Start in den neuen Tag. Heut wollte ich, eigentlich, nur etwas über 40 km bis zum Parsteiner See fahren. Aber auch die Weiterfahrt bis Stecherschleuse, dann insgesamt 80 km reizte mich. Dann könnte ich Morgen bis nach Hause durchfahren und müsste nicht von Bernau aus die S Bahn nehmen. Erst um elf Uhr kam ich aus dem Knick und vom Campingplatz herunter. Zu Beginn war die Strecke noch hervorragend ausgebauter Asphaltweg bzw. Landstrasse. Aber im Verlauf der Tour traf ich immer wieder auf „naturbelassene“ Wald und Feldwege sowie mörderisches Holperpflaster. Auch die Barnimer Landschaft mit ihren vielen Hügeln verlangte mehr Krafteinsatz als die gestrige Tour. Trotzdem kam ich gut voran. Eine Besichtigungsrunde drehte ich noch um das Kloster Chorin bevor ich mich auf den Weiterweg zum Ökodorf Brodowin machte. Der Weg dorthin sollte sich auch als echter „Ökoradweg“ herausstellen. Auf zwar wunderschönen aber versandeten Waldwegen ging es dahin. Wieder ein echter Kampf. Und gefährlich. Mit meinem schwer beladenden Vehikel musste ich mir immer wieder eine brauchbare Spurrinne suchen. Und das sollte mir zum Verhängnis werden. Kurz vor der Ortseinfahrt zu Weißensee erwischte mich ein, im Randgestrüpp verborgener Stein. Nicht direkt. Nein heimtückisch hielt er meine rechte Packtasche fest und brachte mich so schlagartig zum stehen. Dank der Trägheit der Masse wollte mein Körper aber weiter. Und so stieg ich mit viel Schwung formvollendet nach schräg vorn über den Lenker ab. Dank eines guten Sturztrainings (als bekennender Grobmotoriker hatte ich das schon einige male nötig) konnte ich mich aber gut abfangen und trug nur einige kleine Schrammen am Bein davon. Nur diePacktasche hatte es abgerissen und den Frontgepäckträger böse verbogen. Aber immerhin nicht gebrochen! Die Halterungen der Packtasche hatte ich schnell wieder angebaut. Der Gepäckträger war schon schwerer zu richten. Irgendwie schaffte ich es aber ihn zurechtzubiegen. Also weiter. Durch eine herrliche aber wieder anstrengend hügelige Landschaft. Durch Brodowin und Pehlitz in Richtung Parsteiner See. Einer der schönsten Abschnitte des Weges. Abwechselnd auf Asphalt und Holperpflaster. Um halb zwei war ich am Camping Parsteiner See. Zu früh um aufzuhören. Nach kurzem überlegen und einer Stärkung mit Soljanka und Radler machte ich mich auf den Weiterweg. Gute Entscheidung! Schon bald kam ich an die Oder und konnte dort dem bestens ausgebauten Oder-Neiße Radweg zwischen Hohensaaten-Friedrichstaler Wasserstrasse und Oder folgen. Bei Hohensaaten bog ich dann aber wieder nach Westen auf den Oder-Havel Radweg ein. Entlang der Alten Oder, durch Oderberg und Liepe ging es nun weiter. Inzwischen war ich schon etwas mitgenommen und radelte in einer Art Trance vor mich hin. Während ich Gestern zu sehr auf das GPS gehört hatte, ignorierte ich es nun. Erst im Ortskern von Liepe stellte ich fest das ich etwas ab vom Schuss war. Parallel zum eigentlichen Weg. Aber eben nicht auf diesem. Na ja das GPS wird mir schon zurück helfen. Aber alles Schlechte hat auch sein Gutes. Und so machte ich aus der Not eine Tugend. Ich gönnte mir in der Eisdiele an der ich sonst nicht vorbeigekommen wäre, einen Bananasplit. Den hatte ich mir aber auch verdient. Von hier waren es dann auch nur noch neun Kilometer bis zum Camping Triangel Tour in Stecherschleuse. Unter dem Schiffshebewerk Niederfinow hindurch ging es dann weiter. Der Campingplatz in Stecherschleuse. Eine absolute Überraschung! Auf einer idyllischen Wiese am Finowkanal gelegen. Klein und familiär. Eben gemütlich. Kanu- und Fahrradverleih für Aktivurlauber sowie Übernachtung im Indianertippi für die kleinen Gäste gibt’s hier.Meine Empfehlung!Trotz der um 20 km längeren und anstrengenderen Strecke als Gestern war ich doch bei weitem nicht so „knülle“ wie am Tag zuvor. Das Bier und das Abendessen, klassisches Campermenu: Nudeln in Tomatensoße hatte ich mir verdient. Und lies es mir schmecken. Vergessen habe ich, zu fragen ob es hier auch ein Waschbärenproblem gibt. Na schauen wir mal. Ich werde es noch erfahren.

Tour de Barnim Tag 3

Diesmal hatte ich eine herrlich ruhige Nacht und wurde erst Morgens durch die Wärme der Sonne geweckt. Apropos Sonne. Hatte ich geschrieben, dass ich gut vorbereitet sei. Nun das stimmt nicht ganz. Ich habe die Sonnencreme vergessen. Ich bin halt nicht mehr gewöhnt bei gutem Wetter unterwegs zu sein. Meine Unterarme haben diese Nachlässigkeit Gestern deutlich zu spüren bekommen. Aber für heute gaben mir die Besitzer des Zeltplatzes eine Ration. Viel war allerdings nicht mehr zu retten. Und der heutige Tag mit prallem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel war zwar eine wahre Freude aber Gift für meine gebrannte Haut.Gleich zu Beginn der Tour ging’s dann auch schon in die vollen. Nach der Ortsdurchfahrt von Niederfinow kommt dann ein langer Anstieg nach Hohenfinow wo ich den Kulminationspunkt der Tour erreichte 104 m Höhe. Obwohl es ab hier eigentlich nur noch nach unten gehen konnte, musste ich im Verlauf der weiteren Tour noch mehr Steigungen als gestern bewältigen. Ja, radeln im hügeligen Barnim ist auch was für die Kondition. Mal abgesehen von den Strapazen durch die Hitze (ich bin eindeutig kein Mensch für solche Temperaturen und liebe den Winter und die Kälte) ging es aber heute zunächst ohne Zwischenfälle voran. Und so gönnte ich mir noch in Zepernick ein gutes mexikanisches Mittagessen und das obligatorische Hefeweizen. Bis hierher hatte ich ja größtenteils auch noch gute Landstrassen und Asphaltwege gehabt. Aber nun begann der Pankeweg. Bei diesem bekommt die Bezeichnung „Naturbelassen“ gleich eine völlig neue Bedeutung. Landschaftlich sehr schön aber mit vollbepacktem Rad nur eingeschränkt befahrbar führt er von Zepernick bis in den Wedding hinein immer an der Panke entlang. Kurz vor Karow geht es dann auf besonders engem Pfad zwischen Panke und Wald entlang. Beim überfahren einer Wurzel passierte es dann. Der Gestern schon in Mitleidenschaft gezogene Frontgepäckträger brach nun doch. Und wickelt sich auf unglaublich komplizierte Weise in die Vorderradspeichen. Ebenso wie gestern hatte das ganze natürlich wieder meinen sofortigen und sehr schwungvollen Abstieg nach schräg vorn über den Lenker zur Folge. Glücklicherweise flog ich nach links in den Wald. Sonst hätte ich ein unfreiwilliges Bad in der alles andere als gut riechenden Panke genommen. So. Und nun? Ab das Teil! Also wurde der gesamte Gepäckträger abgebaut. Und da das Schutzblech nun auch noch den Rest bekommen hatte wurde dieses auch gleich noch radikal entfernt. Nun noch die Halterungen der Packtaschen umbauen und neu einstellen. Und schon konnte es mit repariertem aber stark hecklastigem Rad weitergehen. Ich mag es nicht wenn das Vehikel hinten so schwankt. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein! Nur kurz bevor ich in Blankenburg den Pankeweg verlassen wollte erwischte ich dann noch ein Schlagloch. Das gefiel der linken Packtasche offensichtlich gar nicht und sie machte sich selbständig und auf und davon die Uferböschung hinab. Toll! Jetzt schwimmt das Teil in der Panke und mir bleibt nichts anderes übrig als in die modrige Brühe zu steigen. Lange zögern half hier nichts denn die Tasche ist nur Wasserabweisend und nicht wasserdicht. Also stieg ich meiner Tasche hinterher und holte mir nasse und übelriechende Schuhe und Strümpfe. Aber immerhin alles gerettet. Nachdem ich die Tasche erneut befestigt hatte, konnte ich nun endlich ohne weitere Zwischenfälle meinen Weg bis nach Hause fortsetzen. Hier konnte ich dann erst mal meine verbrannten Arme verarzten.Nun bemerkt der geneigte Leser diese Aneinanderreihung von Un- und Missgeschicken innerhalb von nur drei Tagen. Als vernünftig denkender Mensch wird sich und mir dieser nun sagen wollen ich solle das mit dem Radwandern doch lieber sein lassen. Aber dieser mehr als unglückliche Verlauf ist doch die absolute Ausnahme. Im vergangenen Jahr habe ich in neun Tagen über Tausend km am Stück auf dem Elberadweg und dem Mecklenburger Seenradweg zurückgelegt. Und hatte außer einer Reifenpanne und zwei gebrochenen Speichen kaum Probleme.Und trotz oder vielleicht auch gerade wegen dieser Zwischenfälle hat es mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich kann das Radeln im Barnimer Land nur wärmstens weiterempfehlen.

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