Maerkische Schlößertour Tag 3

So ganz Einsam blieb ich dann doch nicht. Gegen sieben hielt ein Pickup mit Wappen auf den Seiten neben meinem Zelt. Er und die beiden Insassen gehörten zu dem nahegelegenen, Gut Madlitz, in dessen Besitz der See und die umliegenden Wälder sind. Einer der beiden ist der Forstwirt. Oh,Oh…. Er fragt auch gleich wie lange ich vorhabe zu bleiben. Meine Antwort, dass es nur für eine Nacht sei stimmt ihn gnädig und er gestattet mir, nicht ohne den Hinweis, dass dies streng verboten sei, zu bleiben. Ufff, noch mal Glück gehabt. Wir unterhalten uns noch eine Weile. Plötzlich zeigt er nach oben. Da unser Seeadler! Und tatsächlich liefert sich da gerade ein Seeadler einen Luftkampf mit einem Bussard. Unglaublich. Und die Kamera ist natürlich gut eingepackt. Mist! So schnell die beiden kamen, so schnell sind sie auch wieder verschwunden. Und so erzählt der gute Mann vom Tierleben in seinem Revier. Gerade hier, wo ich zelte, treiben sich viele Wildschweine (zur Zeit mit Jungen) und sehr viel Waschbären herum. Toll. Da waren sie wieder. Meine Probleme auf vier Beinen. Waschbären und auch noch Wildschweine. Überhaupt, haben sich die Waschbären zur echten Bedrohung entwickelt. Im letzten Jahr haben sie einen Großteil der Vogelbrut und -gelege geräubert. Der Bestand an Enten droht zu schwinden. Nachdem die beiden dann abgezogen sind versuche ich dann zu schlafen. Leicht gesagt. Hinter jedem lauten Geräusch vermute ich ein Wildschwein. Und die Verpflegung habe ich auch ins Innenzelt genommen, um sie vor den Bärchen zu schützen. Jaja, dass Leben in der Wildnis. Aber ich schlafe dennoch ein. Und die Nacht bleibt ruhig. Ich erwache beim Gezwitscher der Vögel und bin froh, dass der angekündigte Regen ausbleibt. Dafür ist es bewölkt und seeehr windig. Das kann ja was werden heute. Frühstück ist schnell gemacht. Und als ich Zelt und Ausrüstung eingepackt habe, kommt ein Herr im Military Look mit seinem Hund an. Der Mann ist völlig überrascht wie schnell ich abgebaut und eingepackt hatte. Gerade hatte er doch noch das Zelt gesehen! Übung macht halt doch den Meister. Nach kurzem Plausch ziehen wir dann beide unserer Wege. Wenige Kilometer weiter komme ich zur Madlitzer Mühle. Die Wassermühle und die Gebäude .sind aufwändig restauriert worden und bieten Raum für gemütliche Gastlichkeit und Übernachtung. Ich aber radle weiter. Über Feldwege, Landstraßen und oft über mörderisches Feldsteinpflaster passiere ich Ort für Ort. Gerade auf dem Feldsteinpflaster kann ich zeitweise nur Schritttempo fahren. Ich will nicht wieder eine gebrochene Hinterachse riskieren wie im letzten Jahr. Auch heute bekomme ich wieder einige schöne Gutshäuser und Schlösser zu sehen. eine Augenweide ist die alte Komturei Lietzen. oder das Schloss Neuhardenberg. Aber bei all dem machen mir die Kälte und der Wind zu schaffen. es weht in heftigen Böen und es ist wirklich unangenehm feucht kalt. So beschließe ich mich ranzuhalten, um den 14:36 Uhr Zug in Obersdorf zu erwischen. Das schaffe ich dann locker. Und so stehe ich kurz nach eins am Gleiß und merke dass es hier einfach zu ungemütlich ist um über eine Stunde zu warten. Also hänge ich kurzentschlossen noch ein Paar Bonusmeilen dran und fahre noch die 8 1/2 km nach Müncheberg. Zu schnell. Hier habe ich dann auch noch eine Dreiviertelstunde Zeit. Bin jetzt aber komplett durchgeschwitzt und vor allem durchgefroren (klingt seltsam, ist aber so!?). Zum Glück habe ich noch nen trockenen Pullover um mich etwas zu wärmen. Dann aber nichts wie ab in die Bahn und nach Hause wo ich mir erst mal ein richtig heißes Bad gönne.Das war’s mal wiederBis bald Piet

Download this article as an e-bookDownload this article as an e-book

Hinterlassen Sie einen Kommentar

Um die Kommentarfunktion nutzen zu können, müssen Sie angemeldet sein.

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.