Category Archives: Fahrradtouren

Spreeradweg

 Tag 1

Der Speck muss weg! Und ich auch… So oder ähnlich, hatte ich mir das gedacht. Eine Woche frei und das Wetter versprach auch gut zu werden. Also musste eine Tour her. Eine Radtour. Nicht zu lang. Nicht zu kurz. Und gemütlich zu fahren. Also griff ich in mein Sammelsurium an Bikeline-Radtourenführern und zog das Siegerlos: Spreeradweg!? Keine Tour der Superlative, aber mit ca. 410 km und dem Ziel Berlin doch sehr verlockend. Stand ja auch schon lange auf der „Tu du!“-Liste. Also stürze ich mich auf die Planung. Tagesetappen festlegen. Übernachtungsmöglichkeiten suchen. Plünnen und Ausrüstung zusammenstellen. Und Daten für’s GPS besorgen bzw. bearbeiten. Apropos GPS… Da gibt es ja auch wieder was zu testen. Mein tolles GPSMap 62S aus dem Hause Garmin. Habe ich zwar schon eine Weile, aber bisher fast nur zum Geocaching eingesetzt. Und mein neuer Navibolide. Das Twonav Aventura. Also wieder viel Technik am Rad… Und irgendwie auch ziemlich viel Gepäck.

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 Tag 2

Gut, aber viel zu kurz, geschlafen… Trotzdem machte ich mich in die Spur. „Ab Bautzen wird alles besser!“, das hatte mir meine Gastgeberin versprochen. Aber bis dahin gab es noch die eine oder andere Steigung zu meistern. Immer wieder und immer mehr fielen mir die Folgeerscheinungen des Spreehochwassers vom letzten Jahr ins Auge. Auch das Radlerhaus war davon nicht verschont geblieben. Das gesamte Untergeschoss musste neu gemacht werden. Und auch die Radwege wurden teilweise weggeschwemmt. So musste ich immer wieder Umleitungen fahren. So nützten mir weder GPS noch Bikeline-Führer wirklich viel. Zumal eben jene Umleitungen teils recht schlecht ausgeschildert sind.

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 Tag 3

Ach diese Natur… Die ganze Nacht dieses Vogelgeschrei. Nein im Ernst. Das die fröhlich zwitschernden Piepmätze einen um den Schlaf bringen können, ist ja nichts Neues. Und zu den hier existierenden heimischen Arten, gesellten sich dann auch noch exotische Federviecher, die den Dauercampern gehören. Was es da nicht alles gab. Papagei, Nymphensittiche und Prachtrosellas. Eigenartig diese Ansammlung von maximal lauten Vögeln… Und das, bei den eher gar nicht schalldichten Wohnwagen. Wie auch immer. Nach einem spärlichen Frühstück (nur 5 Hanuta!!!, und das mir…) ging es wieder auf’s Bike. Und wie jeden Morgen das gleiche Problem. In der ersten halben Stunde habe ich immer das Gefühl, dass ich gleich abbrechen kann und das Tagesziel nie erreiche. Ist aber auch immer ein Terz damit, den Hintern an den Sattel und die steifen Knochen an die Bewegung zu gewöhnen. Aber wenn das überstanden ist, geht es dann doch flott zur Sache. Und wie. Die fehlenden Anstiege und der weitgehend gute Weg machen sich bemerkbar. Cottbus ist schnell erreicht. Und auch dieses Mal hadere ich mit der äußerst fragwürdigen Routenführung im südlichen Teil der Stadt.

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Noch mehr Sand und “Wo bitte geht es lang?“

Tag 3 meiner Tour durch den Norden Brandenburgs Leider etwas spät. Aber besser als nie 🙂 Musik und Tanz zogen sich noch bis tief in die Nacht. Nach dem einen oder anderen Bierchen verzog ich mich dann doch in die Daunen meines Schlafsacks. Ich wollte schließlich munter sein, um die letzten 70km am Pfingstmontag zu schaffen. Und wieder strahlender Sonnenschein. Bei bestem Wetter und mit bester Laune machte ich mich auf den Weg. Auch Heute ging es wieder zum größten Teil auf Wald- und Feldwegen zur Sache. Schon auf den ersten Kilometern bekam ich die Nachteile zu spüren. Über lange Strecken konnte ich nur noch schieben. Auch einen flotten Abstieg konnte ich mehrmals üben. Immer wenn ich gerade mal wieder etwas Schwung hatte wurde ich durch Sandgruben jäh gebremst. Aber dennoch. Eine tolle Landschaft und eine wahre Freude. In Rheinsberg gönnte ich mir dann noch einen Spaziergang durch den Schloßpark. Weiter geht’s. Das fahren mit GPS ist wirklich entspannt. Gerade bei der Wegführung abseits der üblichen Radwege ist es sehr hilfreich. Kurz vor der Boltenmühle treffe ich dann ein älteres Ehepaar. Die beiden haben sich verlaufen und suchen das Gasthaus. Umso größer ihre Freude, als ich ihnen mitteile, daß es nur noch knapp 100m sind. Aber an der Boltenmühle ist mir zu viel Betrieb und so fahre ich weiter. Durch den Wald am Ufer des Tornowsees. Nach einer Weile treffe ich ein Paar das sich, sichtlich erschöpft, zu einer Rast niedergelassen hat. Die beiden begrüßen mich mit den Worten „das ich so aussähe, als ob ich hier Bescheid wüßte“ und wollen wissen wie weit es noch um den See herum wäre. Sie sind einfach zu der Wanderung losgezogen ohne sich über die Strecke zu informieren. Und der Prospekt den sie dabei haben ist hier wenig hilfreich. Er, ist fußlahm dank einer Verstauchung. Sie sichtlich frustriert. Ich zeige ihnen den Weiterweg auf der Karte und das es noch fünf bis sechs Kilometer zu ihrem Auto in dieser Richtung sind. Wenn sie zurück gehen ist es deutlich kürzer. Er, will trotz Handicap nicht aufgeben und weitergehen. Versichert mir aber immer wieder wie sehr das doch weh tue. Sie, ist da deutlich klüger. Aber dennoch setzt sich der Macho durch. Wäre ja gelacht…. Ich finde das eher gar nicht zum lachen sondern ziemlich bedauernswert. Bloß weiter! Vorbei am Forsthaus Rottstiel geht es zum Zermützelsee. Hier gönne ich mir dann in der Waldschänke Stendenitz ein ausgiebiges Mittagspäuschen. Vorbei an idyllischen Seeen gelange ich dann nach Neuruppin. Hier halte ich mich aber nicht lange auf, da ich noch meinen Zug erwischen will. Und so klappere ich noch einige schöne kleine Dörfer ab bevor ich den Bahnhof Altfriesack erreiche. Na ja Bahnhof ist übertrieben. Aber ein Zug hält hier doch und so komme ich wieder zurück in die „Zivilisation“. Diese begrüßt mich dann auch gebührend. Fast die gesamte Strecke in der S-Bahn nach Wartenberg kann ich mir das gegröle und randalieren einer Horde besoffener BFC Fans ansehen und -hören. Das richtige Kontrastprogramm nach diesem Wochenende. Der Wachschutz der Bahn ist hier auch keine Hilfe. Die beiden Witzfiguren werden gar nicht erst ernst genommen und statt dessen verspottet. Und dennoch. Ich lasse mich nicht aus der Ruhe und um meine gute Laune bringen. Insgesamt war es ein tolles und interessantes Wochenende. Die Tour kann ich nur zum nachmachen empfehlen. Die GPS Daten gibt es demnächst im Downloadcenter. Bis demnächst Piet .

Märkischer Sand und viel Staub

Tag 2 meiner Tour durch den Norden Brandenburgs Ich sende den Bericht erst Heute, da in Alt Globsow absolut kein mobiles Internet verfügbar war 🙁 Schlimmer als hier am Zelt hätte die Mückenplage auch im Spreewald nicht sein können. Da half nur frühzeitiger Rückzug hinter das sichere Moskitonetz des Zeltes. Ein wenig lesen, viel Musik hören und ab in den Schlafsack. Morgens war die Lage deutlich entspannter. Zumindest konnte ich halbwegs unbehelligt vor dem Zelt frühstücken. Heute sollte es über Lychen, Himmmelpfort und Fürstenberg nach Alt Globsow gehen. Nur knappe 60km. Aber was für welche. Sachen packen, Drahtesel beladen und los. Ein letzter Rundumblick, nichts lag mehr am Platz. Noch nichts. Nach knapp zwei Kilometern fiel mein Blick dann auf die Pulsanzeige des GPS. Drei Striche. Mmmh.. Entweder ich bin Tot oder der Technik fehlt was. Tot war ich nicht. Im Gegenteil, sogar quicklebendig. Aber der Technik fehlte tatsächlich was. Der Pulsmesserbrustgurt. Nun bemerkte ich auch den fehlenden Druck auf der Brust (hi,hi da lacht der Mediziner wieder, fehlender Druck auf der Brust… auch ein Zeichen des Wohlbefindens). Also zurück zum Zeltplatz. Da lag das gute Stück auf der Wiese. Hatte ihn auf dem Rad abgelegt und beim losfahren prompt verloren. Also 4km für nix. Das geht ja gut los. Templin zeigt sich von seiner schönsten Seite. Alte Bauwerke und kleine Fachwerkhäuser sowie die Altstadt sind wirklich schön. Ich drehe einige Extrarunden um mir das anzusehen. Hier sollte ich dringend nochmal herkommen. Aber Heute will ich erst mal weiter. Über eine staubige Splittstraße geht es nach Gandenitz und Alt Placht. In Richtung Lychen dann ein guter Wald und Asphaltweg. Auch Lychen erweist sich als außerordentlich schön. Die Lage im Mittelpunkt der 6 Seen und die liebevoll gepflegte Altstadt sind wirklich zu schön. Auch hier mache ich einige Abstecher um zumindest etwas „mitzunehmen“ . Ein kurzes Stück auf gutem Radweg und schon geht es wieder auf Waldwegen weiter. Über Wurzeln und durch Sandkuhlen. Entlang des Großen Lychensees. Und dann erreiche ich Himmelpfort. Schönes Plätzchen mit der alten Klosterruine. Zeit für eine Mittagspause. Ein gemütliches Gasthaus mit guter Küche und Biergarten ist schnell gefunden. Frisch gestärkt geht es weiter. Bald erreiche ich den Radfernweg Berlin-Kopenhagen. Diesem folge ich ein Stück und treffe auch später immer wieder darauf. Weniger idyllisch, dafür umso mehr zum nachdenken anregend, erreiche ich Ravensbrück mit den Gedächtnisstätten für die KZ für Frauen und Mädchen. Umso trauriger, daß Ravensbrück nicht mehr zu bieten hat. Ein eher trostloses Dörfchen. Fürstenberg lasse ich „links liegen“. Das sehe ich mir an wenn ich mal mit dem Paddelboot hier bin. Auf gutem Radweg geht es dann weiter nach Steinförde. Kurz hinter diesem verlasse ich den Asphaltweg und fahre in den Wald. Auf sandigen und Splittwegen fahre ich in ständigem auf und ab weiter. An einem Gefälle lasse ich das Rad rollen. Und prompt gerate ich in eine Sandkuhle. Das Vorderrad verreißt komplett und ich werde jäh gestoppt. Es folgt mal wieder der allseits bekannte schnelle Abstieg über den Lenker. Nix passiert. Nur das vordere Schutzblech und mein Ego sind angeknackst. Na hat ja keiner gesehen. Ich komme dann in Neuglobsow an und wende mich in Richtung Campingplatz. Nach Alt Globsow dann noch fünf Kilometer. Es reicht jetzt auch. Kurz vor dem Ort hat die Straße dann ein irres Gefälle. Trotz der erlaubten 30 rase ich mit knapp 60 Sachen hier runter. Na morgen werde ich mich freuen, wenn ich hier hoch strampeln kann. Der Zeltplatz ist schön und ich erwische ein mückenfreies Plätzchen. Rad und Radler sind über und über mit Staub bedeckt. Ich zumindest kann duschen. Das Rad muß noch bis Berlin warten. Heute Abend soll hier noch Dorftanz sein. Na da kann es ja heiter werden 🙂

Winterspeck und ein Dackel Namens Amadeus

Tag 1 meiner Tour durch den Norden Brandenburgs. Manchmal hat das schlechte auch seine guten Seiten. Da ich zu Ostern Dienst schieben musste, brauchte ich mich nicht über das schlechte Wetter zu ärgern. Statt dessen kann ich nun an Pfingsten bei traumhaftem Sonnenschein auf Tour gehen. Und etwas machen muß ich dringend. Hat sich doch mehr Winterspeck angesammelt als sonst (man wird ja auch nicht jünger) außerdem hatte mich ein heftiger Infekt zwei Wochen flachgelegt und endgültig aus der Bahn geworfen. Es war auch an der Zeit aus dem Alltagstrott mal wieder auszubrechen. Mein tolles neues Trekkingrad wartete sehnsüchtig auf die Einweihung. Aber wohin? Eine Tour für drei Tage ohne Streß!? Der Berlin-Usedom Radweg war eine interessante Sache. Aber den südlichen und nördlichen Teil hatte ich schon befahren. Bei diesem tollen Wetter würde dort an Pfingsten „Gott und die Welt“ auf Achse sein. Der Spreeradweg versprach auch schöne Erlebnisse. Aber im Spreewald würden sich ebenso unendlich viele Touristen und noch mehr Mücken tummeln. Beides nicht gerade motivierend. Also erst mal die Führer für die beiden Touren gekauft und die Planung begonnen. Irgendwie zog es mich dann doch mehr in Richtung Norden. Und dann warf ich, nur einen Tag vor Abfahrt, noch mal alles über den Haufen. Ich wollte ne ruhige Tour! Und die versprach mir der Bike&Rail Führer „Mit Rad und Bahn von Berlin durch Brandenburg“ aus dem Kopass Verlag. Die hier beschriebene Viertagestour „Durch den Norden Brandenburgs“ erweiterte ich mal eben noch um ein Teilstück des Treidelradweges und war mir sicher das auch in drei Tagen zu schaffen. Und wenn nicht. Alle Paar Kilometer gibt es nen Bahnhof um schnell nach Hause zu kommen. Da wird es mit Sicherheit auch recht ruhig sein. Also am Abend noch schnell die Tourenplanung am PC gemacht und das GPS gefüttert. Karten zusammen gesucht sowie die Taschen gepackt. Immer wieder das selbe. Egal ob man zwei Tage oder zwei Wochen auf Tour ist. Das Gepäck ist das gleiche. Und wenn man Zelt- und Kochausrüstung mitnimmt, dann sind die Taschen schnell gefüllt. Aber dann kommt der Samstag und es kann losgehen. Irgendwie verrödele ich mich aber wieder mal und muss den Zug eine Stunde später nehmen. Start der Radtour ist Eberswalde. Ich folge dem schönen Treidelweg in Richtung Oranienburg, bis nach Zerpenschleuse. Schon hier fällt mir auf, daß erstaunlich (und erfreulich) wenig Leute unterwegs sind. Nach Zerpenschleuse verlasse ich den Treidelweg und fahre, zum größten Teil auf Waldwegen, nach Groß Schönebeck. Hier habe ich schon reichlich mit den typisch märkischen Sandwegen zu kämpfen. Mit den schmalen Reifen ist es ein echter Kraftakt hier durchzukommen. Teilweise hilft nur noch schieben. Ich durchfahre kleine Dörfchen und Groß Schönebeck. Immer wieder schimmert aus dem Wald das Blau eines der vielen Seen. Hier könnte man eine wahre Badetour machen. Aber obwohl mir die strahlende Sonne den Schweiß auf die Stirn treibt, zieht es mich weiter. In Groß Väter mache ich dann Mittagsrast, am Gasthaus zur Eiche. Typisch Ostdeutsch, Brandenburgische, einfache Atmosphäre. Da trabt der eine im Bademantel über die Straße (nicht ohne Bierbauch natürlich). Und lässt sich bei seinen „Kumpels“ am Tisch nieder. Verkündet mal eben er habe Geburtstag und schmeißt eine Runde. Nur wenig später taucht ein Drahthaardackel nebst Frauchen auf. Beide werden mit viel Hallo von der Geburtstagsrunde empfangen und ich erfahre das der Dackel Amadeus heißt. Ich wundere mich schon ein wenig über die Namensgebung. Immerhin lassen Habitus und Nase des Frauchens vermuten, daß diese eher den hochgeistigen Getränken als den schöngeistigen Ohrenfreuden klassischer Musik zugänglich ist (ja,ja ich weiß, bösartige Unterstellung). Ich mache mich dann aber nach Schnitzel und zwei Radlern doch wieder auf den Weg. Auf den letzten knapp 20 Kilometern bis Templin wechseln sich immer wieder Sand-, Wald- und Asphaltwege ab. Mein Zelt schlage ich dann auf dem Naturcampingplatz Fährsee auf. Und werde prompt von Mücken geradezu überfallen. Da verzichte ich lieber auf das kochen und genieße Soljanka, Salat und Hefeweizen auf der Terrasse des Hotel Fährkrug. Hab ich mir verdient 🙂 Immerhin 70 km mit dem Winterspeck auf anstrengenden Wegen. Morgen dann eine etwas kürzere Etappe über Lychen, Himmelpfort, Fürstenberg nach Alt Globsow. Allerdings wird der größte Teil der Strecke auf Waldwegen und somit viel Sand zu fahren sein. Was solls. Wird schon schön werden. Allein die vielen schönen Blcke auf die Brandenburgische Landschaft entschädigen für die Anstrengung.

Maerkische Schloessertour Tag 2

Die Nacht war kühl aber ruhig. Immerhin 0 Grad. Und so wartete ich morgens lieber noch bis die Sonne aufs Zelt schien. Sagte ich Sonne? Tatsache. Strahlender Sonnenschein versprach einen schönen Tag. Also Frühstücken, Zelt abbauen, packen und los. Recht schnell merkte ich aber, dass ich trotz Sonne doch nicht so richtig warm werden wollte. Schuld daran war der, teils in Böen, recht heftige Wind. Dieser sollte mir auch später noch hart zusetzen. Die letzten zwei Drittel des Weges hatte ich immer den Wind von vorn. Da wird man dann doch warm. Und so radelte ich drauf los. Gemütlich und mit vielen Photopausen. Die Landschaft und die Dörfer sind aber auch zu schön. Zum größten Teil auf Landstraßen aber auch auf Waldwegen führt der Radweg durch die Natur. Die Ausschilderung wechselte ständig zwischen sehr gut bis saumässig. Es wird mir immer ein Rätsel bleiben, warum da einige Spezialisten stets davon ausgehen, dass die Radweg immer in dieselbe Richtung befahren werden. Kommt man aus der „falschen“ Richtung, sind Abbiegehinweise oft überhaupt nicht zu sehen. Wieder ein Grund mehr sich über das GPS zu freuen. Damit verpasste ich keinen Abzweig. Der kleine Weiher Rocher. Idyllisch. Lädt geradezu zum verweilen ein. Zwei sehr schöne Ferienhäuser, Pferdekoppeln und Fluss. Einfach nur schön. Aber zu früh für eine Pause. Einige Photos gönne ich mir doch. Nächster Halt, Schloss Kossenblatt. Viel zu sehen gibt es hier nicht. Der ehemalige Landsitz des Alten Fritz beherbergt Heute ein Servicezentrum (wofür auch immer?) und ist nur unter der Woche zugänglich. Immerhin entnehme ich mühsam und unter einiger Augenanstrengung dem durchsichtigen!? Infoschild, das der Alte Fritz hier seine naiven Grenadierbilder gemalt hat. Naja. Also weiter. Dorf für Dorf passiere ich. Zwischen Georgshöhe und Gross Rietz mache ich dann eine Rast. direkt an einem Wildgehege mit Rehen. Schöne Aussicht. Über Sauen nun nach Drahendorf. Beides wirklich schöne Orte. Dann treffe ich bei der Kersdorfer Schleuse auf den Weg den ich Gestern gefahren bin. Die Tour hat die Form einer 8. Und den unteren Kreis habe ich jetzt geschlossen. Bis Briesen fahre ich nun auf bekannten Wegen. Kurz hinter Briesen liegt mein Ziel. Ein Zeltplatz am Petersdorfer See. So sagt meine digitale Karte von Garmin und die Kompass Karte. die Realität sagt was anderes! Statt eines Campingplatzes treffe ich auch eine Kreuzung aus Kleingartenanlage und Wohnwagen abstell- und einbauplatz. Bei einer fröhlich feiernden Gesellschaft mache ich dann Halt und frage. „Tja den Campingplatz gibt es seit 1990 nicht mehr.“ Suuuper! Immerhin kann ich mir hier meinen Wassersack füllen. Der nette Herr ahnt meine .Absichten und bittet mich doch etwas weiter entfernt zu zelten. Da der Vorsitzende das gar nicht gern hätte. Ich beruhige ihn. Tatsächlich wollte ich noch drei vier km weiter bis ans Ende des Sees fahren. Da sieht es auf der Karte recht ruhig aus. Also nochmal rauf aufs Rad und wieder los zur Biwak suche. Nach etwa drei km parallel zum See sehe ich mir alle Wege an, die Richtung See führen. Auf irgendwas warte ich aber. Und dann zieht es mich doch nach links. Ich fahre einen engen Weg mit Trekkerspuren entlang und komme zum See. Toll! Perfekt! Der Weg erweist sich als Sackgasse an deren Ende ein Bootssteg mit einem kleinen Fischerkahn liegt. Sonnenbeschienen und mit reichlich Platz fürs Zelt und definitiv ruhig. Weder Menschen noch Gebäude sind zu sehen. Wieder den richtigen Riecher gehabt. Same Procedure as Every Day. Zelt aufbauen und faulenzen. in der prallen Sonne. Es ist erst drei. Also habe ich noch einen langen Nachmittag vor mir. Ich nutze die Zeit und justiere die Gangschaltung. Die hat auf den letzten km recht merkwürdige Geräusche gemacht. Ist aber schnell erledigt. Und so räkele ich mich bald vor dem Zelt. Heute gibt’s Schinkennudeln. Natürlich aus der Tüte. Aber immerhin. Mal sehen wie kalt es Heute Nacht wird.Fortsetzung folgt……..

Maerkische Schlößertour Tag 3

So ganz Einsam blieb ich dann doch nicht. Gegen sieben hielt ein Pickup mit Wappen auf den Seiten neben meinem Zelt. Er und die beiden Insassen gehörten zu dem nahegelegenen, Gut Madlitz, in dessen Besitz der See und die umliegenden Wälder sind. Einer der beiden ist der Forstwirt. Oh,Oh…. Er fragt auch gleich wie lange ich vorhabe zu bleiben. Meine Antwort, dass es nur für eine Nacht sei stimmt ihn gnädig und er gestattet mir, nicht ohne den Hinweis, dass dies streng verboten sei, zu bleiben. Ufff, noch mal Glück gehabt. Wir unterhalten uns noch eine Weile. Plötzlich zeigt er nach oben. Da unser Seeadler! Und tatsächlich liefert sich da gerade ein Seeadler einen Luftkampf mit einem Bussard. Unglaublich. Und die Kamera ist natürlich gut eingepackt. Mist! So schnell die beiden kamen, so schnell sind sie auch wieder verschwunden. Und so erzählt der gute Mann vom Tierleben in seinem Revier. Gerade hier, wo ich zelte, treiben sich viele Wildschweine (zur Zeit mit Jungen) und sehr viel Waschbären herum. Toll. Da waren sie wieder. Meine Probleme auf vier Beinen. Waschbären und auch noch Wildschweine. Überhaupt, haben sich die Waschbären zur echten Bedrohung entwickelt. Im letzten Jahr haben sie einen Großteil der Vogelbrut und -gelege geräubert. Der Bestand an Enten droht zu schwinden. Nachdem die beiden dann abgezogen sind versuche ich dann zu schlafen. Leicht gesagt. Hinter jedem lauten Geräusch vermute ich ein Wildschwein. Und die Verpflegung habe ich auch ins Innenzelt genommen, um sie vor den Bärchen zu schützen. Jaja, dass Leben in der Wildnis. Aber ich schlafe dennoch ein. Und die Nacht bleibt ruhig. Ich erwache beim Gezwitscher der Vögel und bin froh, dass der angekündigte Regen ausbleibt. Dafür ist es bewölkt und seeehr windig. Das kann ja was werden heute. Frühstück ist schnell gemacht. Und als ich Zelt und Ausrüstung eingepackt habe, kommt ein Herr im Military Look mit seinem Hund an. Der Mann ist völlig überrascht wie schnell ich abgebaut und eingepackt hatte. Gerade hatte er doch noch das Zelt gesehen! Übung macht halt doch den Meister. Nach kurzem Plausch ziehen wir dann beide unserer Wege. Wenige Kilometer weiter komme ich zur Madlitzer Mühle. Die Wassermühle und die Gebäude .sind aufwändig restauriert worden und bieten Raum für gemütliche Gastlichkeit und Übernachtung. Ich aber radle weiter. Über Feldwege, Landstraßen und oft über mörderisches Feldsteinpflaster passiere ich Ort für Ort. Gerade auf dem Feldsteinpflaster kann ich zeitweise nur Schritttempo fahren. Ich will nicht wieder eine gebrochene Hinterachse riskieren wie im letzten Jahr. Auch heute bekomme ich wieder einige schöne Gutshäuser und Schlösser zu sehen. eine Augenweide ist die alte Komturei Lietzen. oder das Schloss Neuhardenberg. Aber bei all dem machen mir die Kälte und der Wind zu schaffen. es weht in heftigen Böen und es ist wirklich unangenehm feucht kalt. So beschließe ich mich ranzuhalten, um den 14:36 Uhr Zug in Obersdorf zu erwischen. Das schaffe ich dann locker. Und so stehe ich kurz nach eins am Gleiß und merke dass es hier einfach zu ungemütlich ist um über eine Stunde zu warten. Also hänge ich kurzentschlossen noch ein Paar Bonusmeilen dran und fahre noch die 8 1/2 km nach Müncheberg. Zu schnell. Hier habe ich dann auch noch eine Dreiviertelstunde Zeit. Bin jetzt aber komplett durchgeschwitzt und vor allem durchgefroren (klingt seltsam, ist aber so!?). Zum Glück habe ich noch nen trockenen Pullover um mich etwas zu wärmen. Dann aber nichts wie ab in die Bahn und nach Hause wo ich mir erst mal ein richtig heißes Bad gönne.Das war’s mal wiederBis bald Piet

Tour de Barnim

Oder Pleiten Pech und Pannen – Was alles schief gehen kann, auch wenn man sich gut vorbereitet hat.

 

Die GPS Daten zur Tour findet ihr im Downloadcenter.

 

Eine Woche frei!

 

Und das auch noch bei gutem Wetter.Klar das ich da nicht zu Hause hocken bleibe. Gesagt, getan. Da muss ich doch was unternehmen. Am besten eine Radtour. Aber welches ist die richtige Strecke? Maximal drei bis vier Tage unterwegs wollte ich sein. Und landschaftlich schön sollte die Route auch sein. Das ganze bitte schön auch noch auf guten Radwegen und Campingplätze, in Tagesetappenentfernung. Ideal wäre es auch, wenn ich den Kreis vor meiner Haustür beginnen und auch schließen könnte. Und um meiner Technikverspieltheit und Bequemlichkeit gerecht zu werden, wollte ich auch noch mein GPS Gerät nutzen.Das waren doch recht präzise, und somit schwer zu erfüllende Wünsche. Also durchforste ich erst mal das Internet. Auf www.das-rad-ruft.de wider Erwarten nichts so recht brauchbares drin. Hier hatte ich schon oft nette Anregungen und GPS Daten für Radtouren gefunden. Also, weiter zu www.barnimradler.de . Da finde ich einige interessante Routen. Der Barnimer Teil des Berlin-Usedom Radwegs sieht gut aus. Geht aber nur in Richtung Norden. Die Eiszeittour verspricht tolle landschaftliche Erlebnisse. Ist aber zu kurz. Der Oder-Havel Radweg. Sehr nett aber…. Und die Tour de Brandenburg ist einfach zu lang für meinen Zeitplan. Also setze ich mich an den PC und bastele mir aus Teilstücken der Radwege meine eigene Tour de Barnim zusammen. Ca. 220 km und locker in drei Tagen zu fahren. Start und Ziel vor meiner Haustür. Oder für Nachahmer am S Bahnhof Bernau. Dann aber etwas kürzer.OK. Also, nichtswie los. Sachen gepackt und auch gleich die neuen Lowrider angebaut. Ich habe lieber das Hauptgewicht am Vorderrad. So „liegt“ das Rad besser auf der Strasse. Immer wieder überraschend. Egal ob man drei Tage oder drei Wochen unterwegs ist. Das Gepäck ist das gleiche. Obwohl ich absolut keinen Schnickschnack dabei habe sind die Packtaschen voll. Na ja, zum Camping braucht man halt das ganze Gerödel.Endlich. Es geht los. Bei Traumhaftem Sonnenschein und bester Laune radle ich ab. Mit der Hilfe des GPS finde ich auch „locker“ den Weg. Natürlich würde es auch allein mit der Karte gehen. Aber, na ja. Erst durch Blankenburg und dann auf dem Pankeweg in Richtung Buch. Netter Radweg entlang der Panke. Teilweise ein wenig „Naturbelassen“ also nichts für Rennradler. Das bekommt mein Rad auch zu spüren. Die Streben des Vorderradschutzbleches machen sich selbständig. Die Plasteschellen sind gebrochen. Irgendwie bekomme ich das ganze so gebogen, dass es nicht mehr so oft schleift. Weiter über Zepernick. Kur vor dem Bahnhof überhole ich einen Inlineskater der eine Art Trolly schiebt und offensichtlich noch eine längere Strecke fahren will. Solch einen „Skatewanderer“ habe ich schon letztes Jahr auf dem Elberadweg getroffen. Voller Neid denke ich mir das ich das unbedingt auch mal machen sollte. In Bernau mache ich dann Rast an einem Restaurant auf dem Marktplatz. Jetzt ein kühles Radler und ne leckere Soljanka. Das mit dem Radler geht schon klar. Aber die Frage nach der Soljanka beantwortet der Kellner leicht irritiert mit „Das ist ein Spanisches Restaurant.“ Ich entschuldige mich für meine Impertinenz mit dem Hinweis ich hätte mir meine vom Salz des Schweißes befleckte Brille noch nicht geputzt. Und so nehme ich zum deutschen Radler dann spanisches Allioli, Oliven und Brot. Gute Wahl! Die Faszination der einfachen Dinge. Mein Schutzblech befestige ich auch gleich noch. Also, weiter. Und kurz hinter Lobetal erwischt es mich dann mitten im Wald. Ein Platten! Na toll. Und jede Menge Mücken die es alle auf mich abgesehen haben. Hier kann ich den Schlauch nicht flicken. Da bleibt ja nichts mehr übrig von mir. Und während ich da frustriert stehe und die Bescherung ansehe, kommt doch der Skater mit seinem Gefährt auf mich zu. Jetzt kann ich ihn von vorne sehen und denke mich trifft der Schlag. Das ist ja Rudi! Doktor M. Einer unserer Ärzte auf der ITS wo ich arbeite. Und sein „Gefährt“ entpuppt sich als Kinderwagen. In dem sitzt sein jüngster Sohn und genießt die Fahrt sichtlich. Rudi ist ebenso überrascht wie ich. Und nach einer netten Begrüßung verrät er mir, dass ich ihm in Zepernick auch aufgefallen war. Ich hatte ihn mit meiner professionellen Ausrüstung beeindruckt. Na ja gut ausgerüstet bin ich ja. Aber habe trotzdem nen Plattfuß. Wir verabreden uns am großen Wukensee bei Biesental zu treffen. Ich pumpe erst mal wieder etwas Luft auf und fahre aus dem Wald in offenes Gelände mit brennender Sonne aber ohne Mücken. Rudi kommt auch nach. Hier muss er erst mal die „Bereifung“ wechseln. Da der Asphalt zu Ende ist wird er ab jetzt joggen und so den Kinderwagen weiterschieben. Ich mache mich an die Reparatur des Schlauches. Das dauert auch gar nicht so lange. Aber obwohl ich extra darauf achte, schaffe ich es beim aufziehen de Reifens den Schlauch einzuklemmen und ein neues, noch größeres Loch zu machen. Also, noch mal von vorn. Gut, geübt habe ich ja. Also geht’s auch jetzt wieder schnell. Ich fahre weiter zum Wukensee. Schade. Rudi ist nicht da. Seine Frau sollte ihn ja hier abholen. Also suche ich mir einen Weg durch den Wald um auf „meine“ ursprüngliche Route zu kommen. Fataler Fehler! Abkürzungen dauern meistens länger. Der Waldweg entpuppt sich als nahezu unbefahrbare Sandpiste. Und so schiebe ich streckenweise das Rad. Und das bei der Hitze. Das Schutzblech hat sich auch wieder verselbständigt. Leicht entnervt bin ich kurz davor es abzureißen. Aber ich kann mich ja beherrschen und befestige das Teil wieder. Endlich wieder auf dem asphaltierten Radweg durch den Wald. Jetzt spinnt aber das GPS. Laut dem Ding befinde ich mich links vom eigentlichen Radweg auf einem parallel verlaufenden Waldweg. Obwohl ich es eigentlich besser weiß biege ich dann in einen Seitenweg ein um zum vermeintlich richtigen Weg zu kommen. Nur kurz danach hat sich das Gerät aber wieder gefangen und zeigt mir, ätsch, an das ich Jetzt! Falsch bin. War halt vorher nur schlechter Empfang und dadurch eine Abweichung. Also wieder zurück auf den Asphaltweg. Ich Trottel! Natürlich beobachtet von zwei nachfolgenden Damen die sich den hämischen Kommentar „Na verfahren“ nicht verkneifen können. Und das nicht trotz sondern wegen des GPS! Blindes Vertrauen in die Technik kann halt auch unangenehme Folgen haben. Aber abgesehen von dieser Eskapade. Führt mich das „Teil“ absolut sicher und zielstrebig. Und so erreiche ich, ohne weitere Zwischenfälle, den Campingplatz „Am Spring“ am Werbellinsee. Endlich eine Erfrischung. Das Wasser ist herrlich. Zelt aufbauen, kochen, Musik hören, lesen und diesen Bericht schreiben. Ein netter Campingabend also. Mal sehen was der morgige Tag noch an Überraschungen für mich bereithält.

Tour de Barnim Tag 2 oder Pleiten Pech und Pannen auf ein neues.

Meine Hoffnung auf eine ruhige Nacht im Zelt sollte sich als fataler Irrtum erweisen. Nach ausgiebigem lesen und Musik hören bettete ich mich also friedlich zur Ruhe. Nicht für lange. Nach einiger Zeit wurde ich von lautem rascheln und schnüffeln am Zelteingang geweckt. Ein Tier! Erste Reaktion : Angst! Ich bin haltkein Held. Aber die zweite Reaktion kam sehr schnell. In Form der Erkenntnis: Das kann kein großes Tier sein. Im Dämmerlicht der Campingplatzbeleuchtung konnte ich einen kleinen Schatten wahrnehmen. Also, mutig gegen die Zeltwand geklopft und ein paar, eher weniger nette, Worte hinterher. Siehe da, der Störenfried lies sich in die Flucht schlagen. Also, wieder hingelegt und versucht zu schlafen. Nicht so einfach. Denn immerhin ging mir das ganze noch durch den Kopf. Ich beschloss aber das Biest für einen Hund oder eine der Katzen des Campingplatzes zu halten. Nach einiger Zeit schaffte ich es aber doch wieder einzuschlafen. Nicht für lange! Wieder das rascheln und schnaufen am Zelteingang. Wieder vertrieb ich den Störenfried. Aber jetzt fiel mir auch ein, dass Katzen ja nicht schnüffeln. Also doch ein Hund!? An einen tollwütigen Fuchs wollte ich lieber gar nicht erst denken. Diesmal war ich schlauer. Ich nahm die Packtaschen mit meiner Verpflegung aus dem Vorzelt in den Innenraum. Das sollte helfen. Dachte ich. Weit gefehlt. Wieder einige Zeit später. Ich war gerade am einschlummern. Meldete sich der Störenfried wieder. Also wieder gegen die Zeltwand geschlagen und , diesmal deutlich wütender ein paar „nette“ Worte hinterher. Der lies sich aber schwer abwimmeln. Hatte sogar schon einen Teil des Kopfes im Vorzelt. Aber im Halbdunkel und ohne Brille konnte ich beim besten Willen nicht erkennen was für eine Bestie mich da heimsuchte. Nun hatte ich die Nase gestrichen voll! Beim nächsten Besuch sollte das Biest nicht mehr so glimpflich davon kommen. Ich machte das Innenzelt auf und bewaffnete mich mit einer Sandale. Das gibt eins auf die Nase. Zeig dich ruhig noch mal. Aber mein Peiniger musste meine Gedanken lesen können. Er lies sich nicht mehr blicken. Dafür wurde es jetzt schon langsam hell. Und so schlummerte ich im ersten Tageslicht mit einer Sandale in der Hand ein. Das muss wirklich ein toller Anblick gewesen sein. Aber was war das nun eigentlich für eine Bestie? Aufklärung brachte der nächste Tag. Als ich den Campingplatzwart beim Brötchenholen fragte ob so etwas schon öfter vorgekommen sei, lachte er nur lauthals. Waschbären. Eine richtige Plage seien sie. Jede Menge dieser ebenso possierlichen wie aufdringlichen Tierchen gebe es hier. Und sie fressen alles was sie kriegen. Schon lustig, wie sich meine Stimmung plötzlich besserte. Auch wenn sie mir die Nacht gründlich verdorben haben, so genießen diese Tiere doch eine Menge Sympathien bei mir. Obwohl der Sympathiebonus jetzt doch um einiges geschrumpft ist.Entsprechend träge war dann auch mein Start in den neuen Tag. Heut wollte ich, eigentlich, nur etwas über 40 km bis zum Parsteiner See fahren. Aber auch die Weiterfahrt bis Stecherschleuse, dann insgesamt 80 km reizte mich. Dann könnte ich Morgen bis nach Hause durchfahren und müsste nicht von Bernau aus die S Bahn nehmen. Erst um elf Uhr kam ich aus dem Knick und vom Campingplatz herunter. Zu Beginn war die Strecke noch hervorragend ausgebauter Asphaltweg bzw. Landstrasse. Aber im Verlauf der Tour traf ich immer wieder auf „naturbelassene“ Wald und Feldwege sowie mörderisches Holperpflaster. Auch die Barnimer Landschaft mit ihren vielen Hügeln verlangte mehr Krafteinsatz als die gestrige Tour. Trotzdem kam ich gut voran. Eine Besichtigungsrunde drehte ich noch um das Kloster Chorin bevor ich mich auf den Weiterweg zum Ökodorf Brodowin machte. Der Weg dorthin sollte sich auch als echter „Ökoradweg“ herausstellen. Auf zwar wunderschönen aber versandeten Waldwegen ging es dahin. Wieder ein echter Kampf. Und gefährlich. Mit meinem schwer beladenden Vehikel musste ich mir immer wieder eine brauchbare Spurrinne suchen. Und das sollte mir zum Verhängnis werden. Kurz vor der Ortseinfahrt zu Weißensee erwischte mich ein, im Randgestrüpp verborgener Stein. Nicht direkt. Nein heimtückisch hielt er meine rechte Packtasche fest und brachte mich so schlagartig zum stehen. Dank der Trägheit der Masse wollte mein Körper aber weiter. Und so stieg ich mit viel Schwung formvollendet nach schräg vorn über den Lenker ab. Dank eines guten Sturztrainings (als bekennender Grobmotoriker hatte ich das schon einige male nötig) konnte ich mich aber gut abfangen und trug nur einige kleine Schrammen am Bein davon. Nur diePacktasche hatte es abgerissen und den Frontgepäckträger böse verbogen. Aber immerhin nicht gebrochen! Die Halterungen der Packtasche hatte ich schnell wieder angebaut. Der Gepäckträger war schon schwerer zu richten. Irgendwie schaffte ich es aber ihn zurechtzubiegen. Also weiter. Durch eine herrliche aber wieder anstrengend hügelige Landschaft. Durch Brodowin und Pehlitz in Richtung Parsteiner See. Einer der schönsten Abschnitte des Weges. Abwechselnd auf Asphalt und Holperpflaster. Um halb zwei war ich am Camping Parsteiner See. Zu früh um aufzuhören. Nach kurzem überlegen und einer Stärkung mit Soljanka und Radler machte ich mich auf den Weiterweg. Gute Entscheidung! Schon bald kam ich an die Oder und konnte dort dem bestens ausgebauten Oder-Neiße Radweg zwischen Hohensaaten-Friedrichstaler Wasserstrasse und Oder folgen. Bei Hohensaaten bog ich dann aber wieder nach Westen auf den Oder-Havel Radweg ein. Entlang der Alten Oder, durch Oderberg und Liepe ging es nun weiter. Inzwischen war ich schon etwas mitgenommen und radelte in einer Art Trance vor mich hin. Während ich Gestern zu sehr auf das GPS gehört hatte, ignorierte ich es nun. Erst im Ortskern von Liepe stellte ich fest das ich etwas ab vom Schuss war. Parallel zum eigentlichen Weg. Aber eben nicht auf diesem. Na ja das GPS wird mir schon zurück helfen. Aber alles Schlechte hat auch sein Gutes. Und so machte ich aus der Not eine Tugend. Ich gönnte mir in der Eisdiele an der ich sonst nicht vorbeigekommen wäre, einen Bananasplit. Den hatte ich mir aber auch verdient. Von hier waren es dann auch nur noch neun Kilometer bis zum Camping Triangel Tour in Stecherschleuse. Unter dem Schiffshebewerk Niederfinow hindurch ging es dann weiter. Der Campingplatz in Stecherschleuse. Eine absolute Überraschung! Auf einer idyllischen Wiese am Finowkanal gelegen. Klein und familiär. Eben gemütlich. Kanu- und Fahrradverleih für Aktivurlauber sowie Übernachtung im Indianertippi für die kleinen Gäste gibt’s hier.Meine Empfehlung!Trotz der um 20 km längeren und anstrengenderen Strecke als Gestern war ich doch bei weitem nicht so „knülle“ wie am Tag zuvor. Das Bier und das Abendessen, klassisches Campermenu: Nudeln in Tomatensoße hatte ich mir verdient. Und lies es mir schmecken. Vergessen habe ich, zu fragen ob es hier auch ein Waschbärenproblem gibt. Na schauen wir mal. Ich werde es noch erfahren.

Tour de Barnim Tag 3

Diesmal hatte ich eine herrlich ruhige Nacht und wurde erst Morgens durch die Wärme der Sonne geweckt. Apropos Sonne. Hatte ich geschrieben, dass ich gut vorbereitet sei. Nun das stimmt nicht ganz. Ich habe die Sonnencreme vergessen. Ich bin halt nicht mehr gewöhnt bei gutem Wetter unterwegs zu sein. Meine Unterarme haben diese Nachlässigkeit Gestern deutlich zu spüren bekommen. Aber für heute gaben mir die Besitzer des Zeltplatzes eine Ration. Viel war allerdings nicht mehr zu retten. Und der heutige Tag mit prallem Sonnenschein und wolkenlosem Himmel war zwar eine wahre Freude aber Gift für meine gebrannte Haut.Gleich zu Beginn der Tour ging’s dann auch schon in die vollen. Nach der Ortsdurchfahrt von Niederfinow kommt dann ein langer Anstieg nach Hohenfinow wo ich den Kulminationspunkt der Tour erreichte 104 m Höhe. Obwohl es ab hier eigentlich nur noch nach unten gehen konnte, musste ich im Verlauf der weiteren Tour noch mehr Steigungen als gestern bewältigen. Ja, radeln im hügeligen Barnim ist auch was für die Kondition. Mal abgesehen von den Strapazen durch die Hitze (ich bin eindeutig kein Mensch für solche Temperaturen und liebe den Winter und die Kälte) ging es aber heute zunächst ohne Zwischenfälle voran. Und so gönnte ich mir noch in Zepernick ein gutes mexikanisches Mittagessen und das obligatorische Hefeweizen. Bis hierher hatte ich ja größtenteils auch noch gute Landstrassen und Asphaltwege gehabt. Aber nun begann der Pankeweg. Bei diesem bekommt die Bezeichnung „Naturbelassen“ gleich eine völlig neue Bedeutung. Landschaftlich sehr schön aber mit vollbepacktem Rad nur eingeschränkt befahrbar führt er von Zepernick bis in den Wedding hinein immer an der Panke entlang. Kurz vor Karow geht es dann auf besonders engem Pfad zwischen Panke und Wald entlang. Beim überfahren einer Wurzel passierte es dann. Der Gestern schon in Mitleidenschaft gezogene Frontgepäckträger brach nun doch. Und wickelt sich auf unglaublich komplizierte Weise in die Vorderradspeichen. Ebenso wie gestern hatte das ganze natürlich wieder meinen sofortigen und sehr schwungvollen Abstieg nach schräg vorn über den Lenker zur Folge. Glücklicherweise flog ich nach links in den Wald. Sonst hätte ich ein unfreiwilliges Bad in der alles andere als gut riechenden Panke genommen. So. Und nun? Ab das Teil! Also wurde der gesamte Gepäckträger abgebaut. Und da das Schutzblech nun auch noch den Rest bekommen hatte wurde dieses auch gleich noch radikal entfernt. Nun noch die Halterungen der Packtaschen umbauen und neu einstellen. Und schon konnte es mit repariertem aber stark hecklastigem Rad weitergehen. Ich mag es nicht wenn das Vehikel hinten so schwankt. Das sollte es aber noch nicht gewesen sein! Nur kurz bevor ich in Blankenburg den Pankeweg verlassen wollte erwischte ich dann noch ein Schlagloch. Das gefiel der linken Packtasche offensichtlich gar nicht und sie machte sich selbständig und auf und davon die Uferböschung hinab. Toll! Jetzt schwimmt das Teil in der Panke und mir bleibt nichts anderes übrig als in die modrige Brühe zu steigen. Lange zögern half hier nichts denn die Tasche ist nur Wasserabweisend und nicht wasserdicht. Also stieg ich meiner Tasche hinterher und holte mir nasse und übelriechende Schuhe und Strümpfe. Aber immerhin alles gerettet. Nachdem ich die Tasche erneut befestigt hatte, konnte ich nun endlich ohne weitere Zwischenfälle meinen Weg bis nach Hause fortsetzen. Hier konnte ich dann erst mal meine verbrannten Arme verarzten.Nun bemerkt der geneigte Leser diese Aneinanderreihung von Un- und Missgeschicken innerhalb von nur drei Tagen. Als vernünftig denkender Mensch wird sich und mir dieser nun sagen wollen ich solle das mit dem Radwandern doch lieber sein lassen. Aber dieser mehr als unglückliche Verlauf ist doch die absolute Ausnahme. Im vergangenen Jahr habe ich in neun Tagen über Tausend km am Stück auf dem Elberadweg und dem Mecklenburger Seenradweg zurückgelegt. Und hatte außer einer Reifenpanne und zwei gebrochenen Speichen kaum Probleme.Und trotz oder vielleicht auch gerade wegen dieser Zwischenfälle hat es mir unglaublich viel Spaß gemacht. Ich kann das Radeln im Barnimer Land nur wärmstens weiterempfehlen.