Nepal 2018 Tsum Valley – die Anreise

Aufgeregt waren und sind wir, fast, alle.


Nur Volker ist da deutlich ruhiger da er viel zu oft unterwegs ist und ihm das leider etwas abhanden gekommen ist.


Treffpunkt Tegel am Gate. Wir checkten problemlos ein und dann ging es mit einer knappen halben Stunde Verspätung in die Luft.


Nur etwas über zwei Stunden später landeten wir in Istanbul und sassen unsere fünf einhalb Stunden Wartezeit ab.


Dann endlich der grosse Sprung nach Asien.


Über acht Stunden Flug.


Aber auch das war kein allzu grosses Problem und wir landeten in Kathmandu bei bestem Wetter.


Da wir ziemlich als erste aus dem Flieger und dank Volker bestens vorbereitet waren, ging auch das mit dem Visum flott und wir konnten unser Gepäck in Empfang nehmen und in den vorab organisierten Kleinbus , der uns zum Hotel Shanker brachte, steigen.


Die Fahrt gab den Neulingen schon mal einen guten Eindruck von der Stadt und den Gepflogenheiten im (links) Verkehr.


Da unsere Zimmer noch nicht bereit wären deponieren wir erst mal das Gepäck und brachen zu einem kleinen Stadtbummel ins nahegelegene Thamel auf. 


Hier gab es erst mal richtig lecker Frühstück und einiges zu sehen. 


Ich organisierte gleich mal eine Nepalesische SIM Karte in der Hoffnung dann auf der Trekkingtour wenigstens hin und wieder Netz zu haben.


Thamel ist, mit seinen engen Gassen und den vielen Geschäften und Restaurants ein echter Touristen Magnet aber dennoch sehr interessant.


Zurück zum Hotel ging es zu Fuss und da kamen wir mitten in die Rushour . Direkt an der Straße hingen auf einigen Bäumen zahlreiche Flughunde von den Äxten und gaben grelle Schreie von sich.


Der Strassenlärm, der Staub und die Abgase waren echt heftig.


Einen krassen Kontrast bot dazu der Garten des Hotels in dem wir dann an der Bar neben dem Pool ein leckeres Paulaner Weizen genossen.


Dann endlich auf in die Zimmer und nach dem Briefing mit dem Trekking Agenten erst mal einige Stunden Schlaf gegönnt. 


Viel passierte heute nicht mehr. Noch ein leckeres Abendessen im Hotelrestaurant und Absprache des Programms für morgen. Sightseeing !


Jetzt aber erst mal schlafen! Falls das klappt. Die Zeitverschiebung ist noch deutlich spürbar. 


  


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Zugspitze über den Höllentalsteig – Harry’s letzter Klettersteig!?

Harry im Bergsteiger Ornat

Harry im Bergsteiger Ornat

Vor mehr als drei Jahren fragte mich mein Geocaching Freund HarryBarry, ob ich ihm helfen könne den Zugspitze-Timberline Cache am Höllentalklettersteig zu suchen.

Natürlich wusste ich, dass Harry praktisch keine Bergerfahrung besaß aber dafür ein ambitionierter und sehr erfahrener T5 Cacher und Baumkletterer ist. Im Umgang mit Seil und Klettergeraffel sehr erfahren, sicherheitsbewusst und fit. Trotzdem er nicht mehr so ganz jung ist.

Also überlegte ich nur kurz und versprach ihm in die Hand, dass wir die Sache angehen und packen würden.

Harry und Tina am Gipfelkreuz der Zugspitze

Harry und Tina am Gipfelkreuz der Zugspitze

Im letzten Jahr sollte es dann soweit sein. Zusammen mit Tina reiste ich aus den Berchtesgadener Alpen (nach meiner Watzmann Überschreitung und einigen anderen netten Touren) ins Wettersteingebirge um uns dort mit Harry zu treffen.

Leider verspracch der Wetterbereicht nichts gute sondern kündigte für die nächsten zwei Tage Gewitter ab dem frühen Nachmittag an. Mit einem Anfänger auf eine so lange Tour (noch dazu wo der Aufstieg durch die geschlossene Höllentalangerhütte deutlich länger und anstrengender wurde) zu gehen wäre schlichtweg sträflicher Leichtsinn und Dummheit gewesen. Also gaben wir Harry die Gelegenheit sich an der Alpspitzferrata zu bewähren und brachten ihm dort alles nötige bei was man braucht um sicher auf Klettersteigen unterwegs zu sein. Und er machte seine Sache richtig gut!

Nachdem nun ein großes Unwetter durchgezogen war (die Bahnstrecke nach Ehrwald wurde komplett lahmgelegt) und eine Wetterbesserung in Sicht war, entschieden wir uns dazu das ganze von Norden anzugehen. Über den Stöpselzieher, von Ehrwald aus.

Das wurde dann auch eine großartige Tour und wir drei erreichten zusammen den Gipfel der Zugspitze.

Harry und ich auf der Leiterbrücke im Mindelheimer Klettersteig

Harry und ich auf der Leiterbrücke im Mindelheimer Klettersteig

Auch dieses mal machte Harry wieder eine gute Figur und ich lud ihn spontan ein mit mir im September den Mindelheimer Klettersteig in den Allgäuer Alpen zu begehen.

Und spätestens nachdem er auch diese Tour bravourös gemeistert hatte, war ich mir sicher, dass er auch den Höllentalklettersteig schaffen würde.

Einzig die Tatsache, dass Harry noch nie auf Steigeisen gestanden hatte und dies für die sichere Überquerung des Höllentalferners aber nötig ist, machte mir etwas Sorgen. Also musste Harry mit dicken Botten und Steigeisen an diesen einen Hang im Kreuzberger Viktoriapark auf und ab stapfen, um zumindest ein Gefühl für das Gehen auf Steigeisen zu bekommen. Bei 31° im Schatten und inmitten der Spaziergänger war das nicht ganz so lustig für ihn aber dafür umso mehr für mich 😉 .

Die Leiter

Die Leiter

Und dann ging es auf die Reise nach Garmisch Partenkirchen. Nach der langen Autofahrt der Aufstieg, durch die wilde Höllentalklamm, zur neu gebauten Reintalangerhütte. Diese überraschte mich/uns mehr als positiv. Ein wirklich gelungenes bauliches Konzept und eine Hütte die Gemütlichkeit ausstrahlt und gastlich ist. Ebenso gastlich zeigt sich auch die Bewirtung und ich kann nur höchstes Lob für das Team aussprechen.

Das Brett

Das Brett

Der nächste Tag begann dann auch mit strahlend blauem Himmel und besten Aussichten auf eine tolle Tour. Zwar waren ausser uns auch etliche weitere Gipfelaspiranten auf der Hütte aber es war nicht überfüllt und im Verlauf des Tages gab es nirgends Staus oder längere Wartezeiten.

Leiter und Brett waren schnell überwunden und dann ging es nach einigen felsigen Passagen auf und über den grünen Buckel. Dort lag auch der Geocache, welchen wir schnell fanden. Die tote Gams, welche zum Himmel stineken sollte, von der in den letzten Cache Logs die Rede war, schien sich in Luft aufgelöst zu haben. Flugs geloggt und weiter gen Gletscher. Bei der Querung der Schottermoräne vor dem Gletscher machten sich etwas oberhalb laufende Gemsen einen Spaß daraus teils sehr große Steine auf dei Bergsteiger herab zu lassen und man musste schon ordentlich aufpassen. So hatte ich das bisher auch noch nicht erlebt.

Randkluft

Randkluft

Der Gletscher zeigte sich weitestgehend mit blankeis und nur im oberen Teil mit einer harschigen Sulzdecke (besser kann ich es nicht beschreiben) bedeckt. Kein Problem da wir sowohl Steigeisen als auch Seil mithatten. An den steileren Stellen sicherte ich Harry mittels fligender Sicherung (Eisschrauben mit TiBloc) was uns ebenso viel Lob wie Spott eintrug. Ja. Sicher(heit) übertrieben? Aber lieber so, als das mir mein Kletterpartner abhanden kommt. Allein in diesem Jahr hat es am Höllentalferner wieder einige (auch tödliche) Unfälle gegeben. Ein Kletterer, welcher keine Steigeisen bzw. Grödel dabei hatte, machte am Gletscherrand kehrt und stieg wieder ab. Für mich ein höchst respektable und richtige Entscheidung. Obwohl es unverständlich ist, dass er keine Steigeisen dabei hatte. Steht doch in so ziemlich jeder Tourenbeschreibung, dass diese vor allem im Spätsommer absolut notwendig bzw. empfehlenswert sind.

Die gefürchtete Randkluft zeigte sich uns gnädig und war absolut kein Problem da eine Schneebrücke nis an die Wand heran reichte und man direkt in die Seile einsteigen konnte.

Schöne Kletterei

Schöne Kletterei

Nach einigen kräftigen Zügen an den herabhängenden Drahtseilen waren wir schnell im eigentlichen Klettersteig zum Gipfel. Der erwies sich in der Tat als absoluter Plaisier Klettersteig. Fester Fels, tolle Passagen und Ausblicke und ausgezeichnet gewartete Sicherungen machten aus den letzten ca. 600 Höhenmetern ein Vergnügen welches lediglich dadurch getrübt wurde, dass es unheimlich heiss war und zumindest bei mir, wie üblich, der Schweiß in Strömen floss.

Am Gipfel waren wir überrascht, trotz des Kaiserwetters recht wenig Leute am Gipfelkreuz zu treffen. Das mitunter barbarische Gerangel und Geschubse um die besten Plätze und die Leiter war diesmal harmlos. Für Harry gab es noch eine tolle Gipfel Jause mit Rotwein, Käse, Wurzen und Brot. Kleine Überraschung von mir.

Gipfeljause

Gipfeljause

Nach einer gehörigen Rast auf dem Münchener Haus machten wir uns an den Abstieg zur Knorrhütte auf 2052 m. Der Abstieg zum Zugspitzplatt ist alles andere als ein Genusswanderweg. Und die ganze Gegend erinnert doch sehr stark an eine Mondlandschaft. Die 1000 Höhenmeter Abstieg zur Hütte bewältigten wir flott und voller Vorfreude auf das eine oder andere Weissbier und gutes Essen. Und diese sollte auch nicht enttäuscht werden.

Die Knorrhütte ist eine der immer weniger werdenden gemütlichen Hütten und hat auch eine sehr nette und gastfreundliche Bewirtung. Der Hüttenabend war lustig und unterhaltsam und so ging es am nächsten Tag mit bester Laune auf den Weg ins Reintal.

Vorbei an der Reintalangerhütte (nicht ohne ausgiebeige Rast) ging es entlang der Partnach bis zur Bockhütte wo wir auf den Bernadeinsteig abbogen. Dieser geht erst mal recht steil am Hang hinauf aber dann in sanften Schwüngen und schöner Wegführung durch Wald hinüber zum Kreuzeck. Wenig Leute, viel Landschaft und schönes Gehen sorgten für gute Laune und einen schönen Tag.

Das Kreuzeckhaus ist halt wie es ist… Eher Gastronomischer Großbetrieb als gemütliche AV Hütte. Aber diesmal war es doch etwas besser als im letzten Jahr und auch hier wurde die Tour nochmal gebührend ausgeläutet. Aber knapp 900 m Abstieg waren am Freitag noch nach Hammersbach zu schaffen. Das angekündigte shlechte Wetter verschonte uns jedoch so das wir trocken am Auto ankamen.

Alles in allem eine tolle Zeit mit schönen Erelbnissen und für Harry ein erfolgreicher Abschluß seiner kurzen Bergsteiger Karriere.

GPS Daten der Tour zum Download: Zugspitze über Höllentalsteig (0 Downloads)

Höhenprofil
Zugspitze über Höllentalsteig

Mammutmarsch 2016 – (m)ein Resümee

58,8 km in 12:47 h

Immerhin!

Dann wurde der Lauf durch den Veranstalter abgebrochen. In Anbetracht der Umstände, dass es vor allem an Streckenposten 2 bei 44 km zu vielen medizinischen Zwischenfällen und einem massiven Einsatz von Rettungskräften kam, eine richtige und verständliche Entscheidung.

Ich selbst habe dies nur zu gut bei meiner, leider viel zu langen (etwa 1 1/2 h) Pause dort mit Schrecken sehen können. Auch an SP 3, wo ich vom Abbruch und Ende erfuhr, kollabierten viele Leute und der Rettungsdienst hatte alle Hände voll zu tun.

Für mich war inzwischen auch schon so gut wie sicher, dass ich die 100 km nicht erreichen würde. Ich hatte mir an beiden Füßen üble Blasen gelaufen. Sehr schmerzhaft. Aber nicht gefährlich. Nur sah ich keinen Grund, aus purem Ehrgeiz meine Füße zu zerfleischen. Muss und will ja am Dienstag wieder auf Arbeit einsatzfähig sein. Bis zum SP 4 bei 73 km wollte ich aber schon gehen. Körperlich und konditionell war das noch gut drin. Auch wenn mir die Haxen schon ordentlich weh taten.

Resümee für mich:

  • der Versuch an, SP 2 was warmes zu essen, war wenig sinnvoll. Wasser kochen auf dem kleinen Esbit Kochset funktionierte zwar prima. Aber der Gedanke, ich könnte das von mir eh schon gehasste Tüten-Expeditionsessen unter den Bedingungen herunter bekommen, war absurd.
  • viel besser hätte ich mir eine Brühe oder Tee kochen sollen
  • Ich bin die Strecke viel zu schnell angegangen. Ein Kilometer-Schnitt von knapp über 10 Minuten auf den ersten 40 km war nicht besonders clever. Zwar hatte ich an km 58 immer noch genug Kondition zum weitergehen, aber von flottem, gemütlichen Wandern konnte eher nicht mehr die Rede sein.
  • Der größte Fehler war aber, mir nur kurz vor dem Lauf neue Schuhe zu kaufen und mit diesen, nur ungenügend eingelaufen, zu starten. Der klassische Anfängerfehler!!! Selten dämlich…
    Mit meinen gut eingelaufenen aber deutlich schwereren Bergschuhen wäre ich dennoch besser beraten gewesen.
    Viele der Military-Typen sind auch mit schwerem Schuhwerk gelaufen und bis zum Ende gegangen.
    Zumindest hätte ich gefährdete Stellen VORHER mit Compeed oder Pflaster abkleben sollen.
  • Meine Kleidung war sehr gut ausgesucht und hat sich auch bei dem sehr kühlen und vor allem windigen Wetter bestens bewährt. Lediglich an Sp 2 hätte ich die warme Unterziehhose gleich zu Beginn der Pause und nicht erst kurz vorm Losgehen anziehen sollen.
  • Beim nächsten Lauf dieser Art werde ich eher auf Nüsse bzw. meine bewährte Nuss/Frucht Mischung und reichlich fett- und salzhaltige Kaminwurzen setzen. Warmes Essen ist da fehl am Platze, es sei denn, es gibt vor Ort ne warme Suppe o.ä. und ich bekomme die auch runter.

Alles in allem war es aber für mich eine sehr aufregende und lehrreiche Erfahrung. Auch über mich selbst. Auch wenn es mir mitunter etwas auf die Nerven ging, so war eben die tolle positive Stimmung auf der strecke ein tolles Erlebnis. Viele hatten eine Menge Spaß und das war es worauf es auch ankam.

In mir hat es jedenfalls die Lust auf ein nächstes Mal geweckt. Ob es der Mammutmarsch 2017 oder ein anderer 100 km Marsch sein wird steht noch nicht fest. Aber ich werde definitiv wieder über eine solche Distanz an den Start gehen.

„Heute ist nicht alle Tage.. Ich komm wieder! Keine Frage.“

Hier eine Zusammenfassung der Aufzeichnung meiner Polar V800 Sportuhr als nette Animation.

Und hier der GPS Track den ich mit meinem winzigen Foretrex 401 aufgezeichnet habe:

Höhenprofil
GPS Daten meiner Strecke zum Download

Zur Kritik an den Veranstaltern:

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Mammutmarsch 2016 – 100 km in 24 Stunden – Bergsuechtig.de ist dabei!

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Gute Vorsätze für das neue Jahr sind ja immer so eine Sache. Auch diesmal. Am 31.12.2015 meldete ich mich für den Mammutmarsch 2016 an. Zu diesem Zeitpunkt (und auch jetzt noch) bereitete und bereitet mir allein schon der Gedanke daran, 100 km am Stück zu gehen, mächtig Muffensausen und ein ziemlich mulmiges Gefühl in der Magengegend. Zu Anfang herrschte auch noch einige Begeisterung in meinem Freundeskreis und mehrere bekundeten ihren festen Willen, auch mit zu laufen. So nach und nach schmolz das Häuflein aber auf den kläglichen Rest einer, meiner, Person zusammen. Dennoch verdichten sich die Zeichen, und verstärkt sich mein Wunsch danach, dass ich doch noch an den Start gehe und alles dran geben werde, um die volle Distanz zu schaffen. Wie es meinem, eh schon arg lädierten, rechten Knie während und nach der Tour gehen wird, und ob ich mir die Füße so wund laufe wie damals im Toten Gebirge und der Hardangervidda?
Fragen über Fragen….

 

Hier aber erst mal einige Fakten:

Start: 14.Mai 2016 17:00 Uhr in Erkner

Streckenlänge: 100 km

Möglichst zu schaffen in: 24 h

Fortbewegungsart: Wandern

Streckenverlauf:

Copyright der Bilder und Videos (Quelle) bei www.mammutmarsch.de

Unter Mammutmarsch 2016
wird es einen Live Ticker mit aktuellen Info’s geben. Mit Meldungen von der Strecke. Ausserdem wird dort auf einer Karte meine Position per Spot Live Tracking zu sehen sein.

Hardangervidda 2016 – jetzt mal von Süden – da wo alles begann.

Start in Haukeliseter

Mein 6. oder 7. Anlauf, für Traugott und mich als Duo bzw. Team, der dritte Anlauf für die Durchquerung der Hardangervidda mit Schneeschuhen.

Diesmal aber von Süden aus, mit Start von der Haukeliseter Fjellstue .

Da, wo alles (für mich) begann. Schon 1997 startete ich hier mit Rüdiger als Tourenpartner zur Süd-Nord-Durchquerung. Damals noch mit ca. 30 kg schweren Rucksäcken statt Pulka und ohne GPS, aber dafür mit meinem ersten Handy. Das sollte sich aber als äußerst nutzlos erweisen.

Und auch damals hatten wir massiv Probleme mit dem Wetter. Whiteout und Schneetreiben ließen uns am ersten Tag kaum mehr als drei Kilometer vorankommen und am zweiten Tag den Rückweg nach Haukeliseter suchen. Von Kinsarvik aus starteten wir dann erfolgreich eine Alternativroute und erreichten nach 1 1/2 Wochen Finse bei fürchterlichem Eisregen.

-30 draussen, -23 im Zelt..

Sooooo kalt wars!

Ganz so schlimm sollte es dieses Jahr nicht kommen. Aber auch diesmal war wieder fast alles an gutem und schlechtem Wetter vertreten, was die Vidda zu bieten hat. Temperaturen zwischen -7 und – 30 °C boten einiges an Abwechslung und Gelegenheit Schlafsäcke und Ausrüstung sowie uns zu testen.

Eigentlich war der Plan aber ein ganz anderer. Wir hatten vor, ins Tote Gebirge zu fahren, um dort eine lange Tour mit diversen Gipfelbesteigungen (Großer Priel ) zu unternehmen. Leider wurden aber die Verhältnisse in den Alpen immer schlechter und die Lawinengefahr ließ Gipfeltouren zum Himmelfahrtskommando werden. Da wir zwar verrückt, aber nicht lebensmüde sind, mussten wir eine Entscheidung treffen.

Die fiel denn auch am Aschermittwoch.

Totes Gebirge – Adé. Hardangervidda – Wir kommen!

Also wurden innerhalb von zwei Stunden alle Pläne umgerödelt, Flüge, Busfahrten, Bahntickets, Hotels, Hütte gebucht. Und so ging es Samstag früh auf die Reise.

Unsere Tour führte uns ca. 102 km von Haukeliseter nach Eidfjord (mal wieder).

Später mehr zu den Details. Und auch diesmal wird es wieder einige interessante Bilder geben.


Hier schon mal die GPS Daten zur Tour:

Höhenprofil
Hardangervidda 2016

Aostatal – Eine kulinarische Gipfeltour im Angesicht von Majestäten

Von Traugott Heinemann-Grüder

 

Detail im Kreuzgang Sant´Orso in Aosta

Ezio Bordet (in der Anais-Bar in Lillaz)

Am liebsten bin ich gegen Ende Juni Anfang Juli in den Bergen über dem Aostatal. Dann tobt sich der Alpenfrühling so richtig aus, ein Blumen- und Blütenmeer ergießt sich über die Almwiesen, die im eigenen Grün zu ertrinken drohen. Murmeltiere pfeifen es wie Spatzen von den Dächern, dass hier gerade Zweibeiner den Hang entlang ziehen. Mitunter wärmen sie sich nach dem langen Winterschlaf auch nur auf exponierten Stellen. Die Hüttenwirte sind voller Tatendrang und haben Zeit für ihre Gäste, bevor die großen Ferien beginnen und dann ein netter Plausch vor lauter Geschäftigkeit auf der Strecke bleibt. Abends sitzt man bei einem Genepi zusammen, und wenn man sich gut versteht, werden es auch schnell mal zwei oder drei. Genepi ist ein sehr extravaganter Kräuterschnaps aus der Edelraute, den es original hergestellt nur hier in der Grenzregion zwischen Italien und Frankreich gibt. In einer Grolla, einer flachen hölzernen Schnabeltasse zubereitet, lässt der Genepi schnell jede anstrengende Tagestour vergessen.

So stehen fünf tolle Wandertage vor mir, die ich mit alten Wanderfreunden auf Bergpfaden und Talorten in vollen Zügen genießen. In vollen Zügen bin ich allerdings nicht angereist. Ganz komfortabel habe ich diesmal für meine Anreise den Luftweg nach Italien gewählt. Dort treffen wir uns: Jeannette aus dem Brandenburgischen, Manfred aus München, Reiner aus dem Thüringischen und Roberto, der am Lago Maggiore zu Hause ist. Vom Flughafen Mailand Malpensa geht es mit dem Bus ins Aostatal.

Im Käsekeller des Bellevue in Cogne

Im Käsekeller des Bellevue in Cogne

Lardo und Crespelle

Gleich am Eingang vom Aostatal machen wir Halt. Wir erklimmen die Forte di Bard, eine Trutzburg, die wie ein vielgeschossiges Felsmassiv über dem Eingang zum Tal thront. Ich kann mich nicht erinnern, dass ich jemals zuvor eine Burg erklommen habe, deren Stufen nach oben nicht aufhören wollen. Durch eine geschickt verbaute Zahnradbahn ist die Forte di Bard auch für Rollifahrer bequem zu besuchen. Ein gutes Beispiel dafür, dass Denkmalschutz und Denkmalnutz eben doch für Alle geht, wenn man es nur will. Oben angekommen tauchen wir in die Historie der Alpen ein: von der Entstehung der Gletscher über die kulturelle, wirtschaftliche und kriegerische Geschichte bis hin zu modernen touristischen Nutzung des Alpenraums. Nichts wird moralinsauer dargestellt. Die Bewertung des komplexen Gebildes Naturraum Alpen, Mensch und Nutzung des Alpenraums werden ganz bewusst dem Besucher selbst überlassen. Museumspädagogisch hat man viel Mühe für kindgerechte Darstellungen verwandt. Das nächste Mal nehme ich meine Kinder mit. Auch die werden ihren Spaß an einer hier ausgestellten Gamswildart haben, die bergseitig jeweils kürzere Vorder- und Hinterläufe hat. Unseren Mittagsimbiss nehmen wir im Museumsrestaurant ein. Erst sind wir ziemlich skeptisch. Doch wir werden bald eines Besseren belehrt. Als Appetitmacher gibt es feinwürzigen, dünn aufgeschnittenen Lardo (puren weißen Speck) mit kross getoasteten Panini. Für den Hauptgang entscheide ich mich für Crespelle mit Fontinakäse und Kochschinken. Das Rezept für diese Teigtaschen verrät mir die Chefin leider nicht. Andere entscheiden sich für eine La Puarò, eine Porré-Suppenspezialität der Region Aosta.

Vorspeisen-Etagere im Sporthotel in Pila

Vorspeisen-Etagere im Sporthotel in Pila

Polenta, Polenta, Polenta

Doch so langsam juckt es in den Beinen. Roberto kennt einen Ranger des Parco Naturale Mont Avic, der sich auf ein Wiedersehen mit ihm freut, und der uns mit einem Van zum Ausgangspunkt unserer Wanderung nach Champorcher bringt. Es ist nur ein Katzensprung. Andernfalls wären wir mit dem Bus gefahren oder wir hätten uns ein Taxi genommen. Pünktlich zum Beginn der Wanderung fängt es ordentlich an zu regnen. Pudelnass kommen wir an der Miserin-Hütte an, die direkt am Alta Via 2 und am gleichnamigen See auf 2.578 m gelegen ist. Die Hütte ist sehr schlicht, ohne Trockenraum, sodass wir den Gastraum kurzerhand in einen einzigen Wäscheständer verwandeln. Der Bollerofen heizt ordentlich ein. Und im ersten Obergeschoss kann man nach Herzenslust warm duschen. Die jungen Gastwirte bereiten Polenta. Eigentlich ist Polenta alles andere als mein Leib- und Magengericht. Doch mit dem leckeren Gulaschragout ist das ein Traum von Bergsteigeressen.

Am Colle Garin (2.872 m)

Am Colle Garin (2.872 m)

Schaulaufen der Steinböcke

Bevor wir am nächsten Morgen zu unserer sechsstündigen Wanderung aufbrechen, statten wir der direkt am See gelegenen Wallfahrtskapelle Notre Dame des Neiges noch einen Besuch ab. Bereits in einer Stunde haben wir den Pass Finestra di Champorcher erreicht und stapfen bei strahlend blauem Himmel durch großflächige Altschneefelder. Als hätten wir sie bestellt, zieht ein Rudel Steinböcke fotogen den Felskamm hinauf. Gejagt wird auf diese edlen Tiere schon lange nicht mehr, weswegen sie wenig Scheu zeigen. Durchs langgestreckte Vallon Urtier geht es durch ein Meer von Alpenblühern Richtung Lillaz. Ich fotografiere und fotografiere und falle weit hinter die Gruppe zurück; aber wofür habe ich sonst meine Spiegelreflexkamera dabei? Anderen Wanderern begegnen wir nicht. Gäbe es nicht die große Überlandstromleitung, könnte man meinen, dass dieser Teil der Alpen noch frei ist von Zivilisationseingriffen. Erst kurz vor Lillaz kommen uns im Umfeld des imposanten Wasserfalls Spaziergänger entgegen. Im Winter ist dieser Wasserfall übrigens ein reinrassiger Ort fürs Eisklettern. Der Ort ist inzwischen gänzlich autofrei. Ein Stopp lohnt in der Anaïs Bar, für den Café nach der Wanderung und wegen der im Gastraum präsentierten regionalen Künstler.

Unterhalb des Finestra di Champorcher

Unterhalb des Finestra di Champorcher

Gamsbraten im Cognetal

Den geschäftigen Talort Cogne erreichen wir von Lillaz aus mit dem Bus. Hier kann in einfachen Pensionen genächtigt werden wie ebenso im 5-Sterne-Hotel. Im kleinen Supermarkt gegenüber der Post gibt es Genepi und Berghonig. Man kann nie früh genug an die Mitbringsel denken. Den Blick auf den Gran Paradiso-Stock genießen wir auf der Terrasse bei Tee und Kuchen im Bellevue. Die Grande Dame führt uns hier durch die exzellenten und überaus großzügigen Spa-Räumlichkeiten und in den eigenen Käsekeller. Ein Familienbetrieb mit langer Tradition auf hohem Niveau. Wer also einmal seine Liebste oder seinen Liebsten zu etwas ganz Besonderem einladen möchte, ist hier genau richtig. Zu Abend speisen wir auf Empfehlung im Notre Maison im Ortsteil Cretaz, knapp 30 Gehminuten talauswärts entlang des Flusslaufs Torrente Gran Eyvia. Das Restaurant achtet sehr auf regionale und frische Produkte und ist mehrfach zertifiziert. Hier gibt es Gamsbraten mit einer Wacholdersauce so schwarz wie die Nacht. Das hatte ich vorher noch nie gesehen und noch nicht auf der Zunge gehabt.

Brotzeit mit Fontina-Käse und Rote-Beete-Würstl im Refugio Arbolle

Brotzeit mit Fontina-Käse und Rote-Beete-Würstl im Refugio Arbolle

Fontina-Käse und Rote-Beete-Würstl

Anderntags fahren wir mit dem Bus bis Gimilian und sparen uns den Wanderweg, der auf der Fahrstraße verläuft. Der Anstieg führt danach durch einen duftenden Pinienwald, der angenehmen Schatten spendet. Der Weg führt an Arpisson vorbei, durch den Plan di Bessey zum Col Garin auf 2.815 m, von dem aus wir rechterhand den 3.559 m hohen M. Emilius erblicken. Der bleibt diesmal unbestiegen, weil einige von uns schon einmal vor Jahren hinauf gekraxelt waren. Kurz unterhalb des Durchschlupfs gibt es vorher rechterhand ein Notbiwak für Wintertouren. Das Pausenziel unserer heutigen Ganztageswanderung ist das Rifugio Arbole, wo wir eine Brotzeit mit Fontina-Käse, zweierlei Rote-Beete-Würstl, Speck und Lardo genießen. Fontina-Käse ist der aostataltypische Labkäse, dessen Produktion streng überwacht wird. Die Brotzeit war eigentlich zu viel des Guten für den folgenden Anstieg zum Col di Chamolé auf 2.641 m. Vom Col geht es in Serpentinen hinunter zum Lago di Chamolé, ein sonniger Tummelplatz für Jugendgruppen, die von Pila mit dem Sessellift hinauf kommen. An der Liftstation erscheint dann so etwas wie eine Fata Morgana: Mountainbiker über Mountainbiker werden vom Sessellift ausgespuckt, die es teils in engen, teils in langgezogenen Kurven direkt unterhalb der Sesselliftstrecke so richtig zu Tale krachen lassen. Es funktioniert, dass alle – Wanderer und Mountainbiker – ihren Spaß und ihre Freude in den Bergen haben, weil sie sich nicht in die Quere kommen und sich nicht gegenseitig behindern. Wir nächtigen im Sporthotel in Pila und dort gibt es auf der Terrasse mit Blick auf den Walliser Alpenkamm eine lukullische Vorspeisen-Etagere. Unsere Wanderung verläuft von einem kulinarischen Höhepunkt zum nächsten – Aostatal eben.

Provinzhauptstadt Aosta

Mit der ersten Kabinenbahn gondeln wir am nächsten Morgen bei strahlend blauem Himmel zu Tale und haben das majestätische Massiv des Gran Combin direkt vor uns. Eine Tour auf diesen wunderschönen Berg mussten wir vor einigen Jahren wegen massiven Schneefalls und akuter Lawinengefahr abbrechen. Er bleibt ein Sehnsuchtsziel. Unter uns sehen wir die Terrassenlandschaft, die von den Bergbewohnern über Jahrhunderte angelegt wurde. Was für eine Plackerei muss das an diesen steilen Hängen gewesen sein! Um diese Stunde schläft Aosta noch, so starten wir unser Kulturprogramm mit Römischem Theater, Kathedrale und Kreuzgang Sant´Orso. Es lohnt auf jeden Fall ein Blick auf die Website, ob man vielleicht an einem der vielen Open Air-Kulturevents teilnehmen kann.

Ein krachendes Gewitter über Chamois

Wir wollen aber weiter auf die andere Seite des Aostatals, in das Seitental Valtournenche. Chamois erreichen wir über eine Kabinenbahn, die 1.300 m steilen Anstieg sparen wir uns. Als dann die Kabinenbahn auf halber Strecke mit gefühlten 500 m Luft unter uns anhält und anfängt zu schaukeln, wird selbst mir etwas mulmig zumute. Chamois ist gänzlich autofrei und gehört zu einer europaweiten Kooperation autofreier Touristenorte. Von Chamois wollen wir nach Breuil-Cervínia wandern, um dem Monte Cervino (zu Deutsch Matternhorn) wenigstens am Bergfuß unsere Referenz zu erweisen. Ein krachendes Gewitter lässt uns diesen Plan umwerfen. So landen wir in dem kleinen Berggasthof Da Bruna am Lago Lod oberhalb des Ortes.

Speck und andere Köstlichkeiten

Auf dem Weg zurück nach Mailand machen wir noch einen Stopp in Arnad, der Hochburg der Produktion des Lardo. Die Firma Bertolin erlaubt einen Einblick in die Produktion des Lardo, verschiedenster Sorten Salami, Speck, Kochschinken, Gamsschinken und weiterer Delikatessen. Leider verstehe ich nichts vom Wein. Den mitgebrachten Fumin, Jahrgang 2012, hat meine Frau dennoch sehr gelobt, und mit 14% Vol. hat er Power, also Vorsicht! Im Dorf holt uns dann noch die deutsche Geschichte ein. Eine Gedenktafel erinnert an die grausame Ermordung von vier Dorfbewohnern durch die Nazis.

Im Vallon Urtier

Im Vallon Urtier

Autonome Region Aosta und ein Abschied

Die Region Aosta ist die kleinste der italienischen autonomen Regionen. Über viele Jahrhunderte war sie französisch dominiert. In der Mitte des 19. Jahrhunderts wurde die Region Aosta in das italienische Königreich einverleibt. Wer neben dem Besuch der wunderschönen Landschaft etwas über die Menschen, ihre Kultur und Geschichte erfahren möchte, sucht am besten den direkten Kontakt zu den aus meiner mehrfachen Erfahrung überaus aufgeschlossenen Menschen oder beginnt mit einem Besuch im Museum, so zum Beispiel im Notre Maison in Cogne (und schön den Kopf einziehen wegen der niedrigen Deckenhöhe). Ich komme seit vielen Jahren immer wieder gerne in diese Region Italiens. Die Berge sind hier noch viel weniger für den Tourismus glatt gebürstet worden und die regionalen Produkte sind vorzüglich in Konsistenz und Geschmack. Die heimische Slow Food-Produktion passt hervorragend zur Langsamkeit des Bergwanderns. Das sollte man als Wanderer unbedingt genießen!

 

INFO

Anreise/Rückreise

Umweltfreundlich mit dem Zug und Bus: z. B. über Basel, Bern, Lausanne, Martigny in ca. 13 Std.

Mit dem Auto in ca. 11,5 Std.

Mit heftigem ökologischem Fußabdruck, dafür aber sehr komfortabel, per Flugzeug nach Mailand Malpensa und von dort mit dem Bus 407 in ca. zwei Stunden nach Aosta.

Sehenswert

Festung Bard

Karten

Instituto Geografico Centrale (IGC), Kartenblätter 3, 4, 5, 9, 10, 1:50.000
Kompass Verlag: Gran Paradiso, Valle d‘ Aosta,. Carta escursioni / bike / sci alpinismo. Wandern / Rad / Skitouren, 1:50.000; vor Ort bekommt man weitere Karten, z. B. der Natur- bzw. Nationalparks, z. T. sogar umsonst.
Mountainbiking: Supertrail Map Valle Aosta Ovest, Maßstab 1:50.000

Internet

www.regione.vda.it
www.lovevda.it
www.montavic.it
www.cogneturismo.it
www.bikevalledaosta.it
www.notremaison.it
www.fortedibard.it
www.bertolin.com

Einkehren

www.regioni-italiane.com/rifugio-miserin-champorcher.htm www.montagneinvalledaosta.com (Refugio Arbolle)
www.hotellachancepila.it (Sporthotel Pila)
www.hoteldugrandparadis
www.hotelbellevue.it
www.bbgranparadiso.com
www.infochamois.it (Da Bruna)

Ausrüstung

Normale Wanderausrüstung: Feste Wanderschuhe, regenfeste Kleidung, Mütze, Handschuhe, Erste-Hilfe-Set, Trinkflasche, Pausenbrote, Sonnencreme, Sonnenbrille, Fotoapparat.

Beste Wanderzeit

Mai bis Juli, September bis Oktober

Sprache

Italienisch ist seit ca. 100 Jahren Amtssprache und in der Regel auch Alltagssprache; mit Französisch kommt man sehr gut zurecht; der aostanische Dialekt ist etwas für Eingeweihte und wird nur von den Einheimischen untereinander gesprochen; Englisch funktioniert insbesondere in den touristischen Einrichtungen in den Tälern.

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Aostatal – Eine kulinarische Gipfeltour im Angesicht von Majestäten (0 Downloads)

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